Fragen und Antworten zu Benzin E10 ab 2011

Frage: Was ist eigentlich Benzin E10?
Antwort: Benzin E10 ist Super-Benzin mit 10% Beimischung von Bio-Ethanol (daher die Abkürzung E(thanol) 10(%))
Bio-Ethanol ist ein aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellter Treibstoff.

Frage: Was ist denn das Problem mit E10?
Anworten:
Die Biokraftstoffe sind aggressiver als normales Super-Benzin und greifen deshalb in nicht dafür ausgerichteten Fahrzeugen Schläuche und Dichtungsringe an. Schon eine einzige Tankfüllung kann ein nicht geeignetes Auto schwer schädigen!

Wenn die Tankstellen zwangsweise Benzin E10 anbieten müssen und gleichzeitig noch normales Super verkaufen sollen, dann kostet das Geld für zusätzliche Zapfsäulen. Auch die Logistik wird komplizierter. Die Tankstellenketten haben aber eine Auflage, bestimmte Absatzmengen an Benzin E10 zu verkaufen. Folglich wird wohl Super-Benzin teurer werden. Dumm für die Autofahrer, die ältere und nicht kompatible Fahrzeuge fahren.

Bio-Ethanol wird heutzutage noch aus Pflanzen hergestellt, die auch als Lebensmitteln dienen, z.B. Mais oder Raps, im Süden auch Zuckerrohr. Das bedeutet, dass Menschen weniger zu essen haben oder ihre Lebensmittel teurer werden.

Die Rechnung dass der CO2-Ausstoß von Biokraftstoffen null ist, weil die Pflanze genau den Anteil an CO2 gebunden hat, der bei ihrer Verbrennung entsteht, ist falsch: Die Energie, die zum Düngen, für den Transport und die Verarbeitung benötigt wurde nicht eingerechnet worden ist.

Zum Teil wird für unseren Bio-Kraftstoff in Indonesien und anderen Dritte-Welt-Ländern Regenwald gerodet, damit dort Palmen gepflanzt werden können, aus denen man Palmöl gewinnt. Auch das geht zur Zeit in die CO2-Rechnung noch nicht ein!

Frage: Warum wird Benzin E10 denn jetzt eingeführt?
Antwort: Die EU hat schon vor Jahren beschlossen, dass bis 2020 der Anteil an erneuerbaren Energien auch beim Treibstoff auf 40% steigen soll. Die Bundesregierung setzt diese Vorgabe nun um. Obwohl man heute schlauer ist was die Probleme mit dem E10 angeht, wird nicht umgesteuert.

Frage: Gibt es auch Probleme bei Diesel-Fahrzeugen?
Antwort: Diesel-Fahrzeuge müssen schon seit zwei Jahren einen Anteil von 7% Bio-Ethanol-Diesel tanken (Diesel B7 FAME). Dies scheint aber keine Probleme an der Technik zu verursachen.

Frage: Verträgt mein Auto E10?
Antwort: Die beste Übersicht hat der ADAC. Hier kann man für die meisten Hersteller herausfinden, welche Modelle Benzin E10 vertragen und welche nicht.
Für einige Hersteller (z.B. Mazda) ist auch eine Hotline-Nummer angegeben, an der man nachfragen kann.

Update Dezember 2010: Alles zum Thema Benzin E10 auf unserer Themenseite E10

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6 Gedanken zu “Fragen und Antworten zu Benzin E10 ab 2011

  1. Der Artikel ist zumindest in einem Punkt falsch - B7 enthält 7% FAME und kein Ethanol/ETBE. Und 7% waren bisher schon ein Problem für die Motorenhersteller, die nur 5% zuließen. Schöne zu hören das es doch anders geht- vielleicht machen auch neue Motorentypen für Range Extender die mit 100% Biodiesel oder sogar Pflanzenöl fahren können ein wenig Druck. Damit wird auch der Boden- und Düngerbedarf absolut geringer weil die meiste Energie vom Stromnetz kommen wird.

  2. Ethanol-Fan

    Der Artikel sagt:
    "Bio-Ethanol wird heutzutage noch aus Pflanzen hergestellt, die auch als Lebensmitteln dienen, z.B. Mais oder Raps, im Süden auch Zuckerrohr. Das bedeutet, dass Menschen weniger zu essen haben oder ihre Lebensmittel teurer werden. "

    Diese Aussagen sind nicht korrekt: In Deutschland wird Ethanol vorwiegend aus Getreide (Weizen, Roggen) oder Zuckerrüben hergestellt.
    Siehe : http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/028/1702861.pdf

    Die EU hat wegen der Lebensmittel-Überproduktion seit vielen Jahren ein Flächen-Stillegungsprogramm (http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4chenstilllegung). Auf diesen Flächen dürfen keine Pflanzen für Lebensmittel mehr angebaut werden.

    Diese Flächen dürfen aber für den "Anbau Nachwachsender Rohstoffe" weiter (oder neu) genutzt werden. Das bedeutet, ein (möglicher) Preisanstieg bei Lebensmitteln - wegen E10 - ist völlig aus der Luft gegriffen.

    Auch ist es falsch zu behaupten, daß die "Menschen weniger zu essen haben" werden. Wenn es um Deutschland geht, hier sind ausreichend Anbauflächen vorhanden. Wenn es um die "Dritte Welt" geht, so ist deren Problem:

    USA und andere Exportländer überschwemmen die Dritte-Welt-Länder mit Mais und Weizen und ruinieren so deren Landwirtschaft. Wenn dann die Exporte ausbleiben weil man aus Mais (=> USA) vermehrt Ethanol gewinnt, dann können sich diese Dritte-Welt-Länder natürlich nicht von einem Jahr auf's andere wieder selber versorgen - eine ruinierte Landwirtschaft braucht Jahre, um wieder in Gang zu kommen.

    Schuld sind also die Dumping-Preise der aggressiven Lebensmittel-Exportländer, nicht das E10 !

  3. Beitragsautor

    Es ist keine Aussage allein für Deutschland. Weltweit wird Bio-Sprit aus Lebensmitteln hergestellt.
    Es ist auch Fakt, dass es leichter ist, Alkohol aus Rohstoffen herzustellen, die viel Energie enthalten (= Lebensmitteln wie Zuckerrüben oder Zuckerrohr) als aus Abfällen wie Stängeln oder Blättern oder Holz, die weniger Energie enthalten.

  4. Ethanol-Fan

    Zum Kommentar von ingrid, 17.01.2011=>

    Wollen wir mal beim Thema bleiben: die Überschrift des Artikels lautet: "Fragen und Antworten zu Benzin E10 ab 2011"

    Es geht um E10-Einführung in der Europäischen Union resp. speziell in Deuschland. Nicht um Länder auf anderen Kontinenten und deren Ethanol-Produktion. Bei uns wird Ethanol nicht aus Mais oder Zuckerrohr hergestellt.

    Hier würde ich empfehlen, einen neuen Artikel zum Thema "Weltweit wird Bio-Sprit aus Lebensmitteln hergestellt"
    zu verfassen - und nicht alles unkritisch und ungeprüft in einen Topf zu werfen.

    Und dann - bevor Ethanol einfach nur verteufelt wird - muß genauso kritisch betrachtet werden, daß die derzeitige Alternative - Benzin - unter umweltschädigenden Bedingungen als Rohöl gefördert und über weite Strecken transportiert wird. Mit enormem Energieeinsatz wird dann u.a. Benzin aus diesem Rohöl "destiliert" - es soll keiner so tun als käme Benzin gebrauchsfertig aus irgendeinem Bohrloch !

    Ethanol verbrennt farb- und geruchlos, ohne nennenswerte Freisetzung von Schadstoffen - da ist Benzin erheblich kritischer, giftiger.

    Beste Grüße,
    Ethanol-Fan

  5. Beitragsautor

    Hallo,
    der Artikel bezieht sich nicht ausschließlich auf Deutschland! Man sollte beim Thema Ethanol die ganze Welt im Auge behalten, wenn man Vorteil bzw. Nachteile für Mensch und Umwelt bedenken will. Schließlich leben wir in einer globalisierten Welt. "Pech für andere", Hauptsache unser grünes Gewissen bleibt heile, kann nicht unser Motto sein.

    Ich stelle im Artikel zur Diskussion, ob Bio-Ethanol wirklich _die_ Antwort auf Benzin sein kann. Solange wir keine günstige Quelle für alternative Kohlenstoffe gefunden hat, bin ich da skeptisch. Ich warte auf die nächste Generation an Bio-Kraftstoffen, die tatsächlich aus Abfällen gewonnen werden. Und auch dort bin ich skeptisch, ob diese "Abfälle" nicht besser als Dünger eingesetzt würden.

    Vielleicht ist es insgesamt keine gute Idee, irgendetwas zu verbrennen, um sich fortzubewegen?
    Was können wir an CO2 sparen, wenn wir erst gar nicht das Auto benutzen?

    Beim Bio-Ethanol kommt hinzu, dass für den Anbau der Monokulturen viel Öl für Dünger, Pestizide und Verarbeitung verbraucht wird. Das mag zum Teil in die Ökobilanz von Bio-Ethanol einfließen, garantiert wird aber die Verschmutzung des Grundwassers und des Bodens nicht mit eingerechnet.
    Für Bio-Ethanol gilt das Bio-Siegel für Lebensmittel nicht! Der Name klingt biologischer als der Stoff es ist.

    Dass die EU parallel Brachen fördert und die Industrieländer mit ihrer Subventionspolitik den Bauern in Entwicklungsländern das Leben noch schwerer machen, ist ein anderes Thema.

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