Erdwärme


Sie wollen bauen? Und haben Wünsche, Ideen, einen festen Budgetrahmen, Fragen über Fragen und möchten das Optimum für Ihr Traumhaus herausholen?

Je früher Sie sich klar sind, was genau Sie möchten, welche Prioritäten Sie haben und welche Partner Sie sich dazu holen, desto größeren Einfluss haben Sie auf Ihr Gesamtergebnis.

Folgende Fragethemen stellen sich hier: Bauplatzdaten, Grundrissvarianten, Gestaltungsoptionen, Detaillösungen, Haustechnikalternativen, Budgetgrenze, …

Mit einer auf Sie abgestimmten Bauwunschanalyse können Sie anhand von Fragestellungen in Planspielen, ohne schon viel Geld in die Hand nehmen zu müssen, alle Rahmenbedingungen optimal mit einander abstimmen und durchplanen lassen. Erst wenn Sie mit der Schnittmenge aller Möglichkeiten sehr zufrieden sind, geht es in die Phase der Umsetzung. Hier ein Beispiel: Sie schwanken bei der Haustechnik noch zwischen Erdwärme- und Pelletstechnik und wollen hier noch keine Entscheidung treffen. Spätestens während der Bauphase werden Sie erhöhte Kosten haben, wenn kurzfristig ein Pellets Lagerraum geschaffen werden muss, langwierige Genehmigungen eingeholt werden müssen oder gar beide Varianten aus technischen Gründen nicht mehr durchführbar sind.

Zu einer gut ausgearbeiteten Bauwunschanalyse gehören alle Fragestellungen, die Ihre persönliche Bauidee mit sich bringt. Die entstehenden Kosten rechnen sich auf jeden Fall, weil Sie innerhalb der Bauphase ein Vielfaches einsparen können.

In unserem heutigen Artikel beschreiben wir die dritte gängige Art der Beheizung eines Gebäudes mit erneuerbaren Energien: Die Wärmepumpenheizung.

Die Wärmepumpenheizung entzieht der Umwelt (umgebende Luft, Grundwasser oder Erdreich) Wärmeenergie und hebt diese mittels einer Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau an, um damit Gebäude beheizen zu können.

Entgegen landläufiger Meinung enthält auch ein 3 °C kalter Gegenstand noch viel Wärmeenergie, weil seine Temperatur deutlich über dem absoluten Nullpunkt (-273 °C) liegt. Einen Teil dieser Energie kann man entziehen, wenn man ihn weiter abkühlt. Die dazu erforderliche Anlage ist technisch fast wie ein Kühlschrank aufgebaut, hat jedoch deutlich mehr Antriebsleistung und heißt Wärmepumpe. Der Einsatz ist umso sinnvoller, je geringer die gewünschte Temperaturdifferenz zwischen dem Wärmereservoir (z.B. Grundwasser von 7 °C) und dem Heizungs-Vorlauf ist. Die meisten Wärmepumpen können keine Vorlauftemperatur höher als 60 °C erzeugen. Eine Leistungszahl größer als 4 bringt zufriedenstellende Ergebnisse (Erdwärme). Eine niedrige Wärmeträgertemperatur (Vorlauftemperatur) kann insbesondere mit Fußbodenheizungen erreicht werden, da die Wärmeübertragungsfläche sehr groß ist. Ferner muss eine sehr gute Wärmedämmung für das zu beheizende Gebäude angestrebt werden, um bei geringem Wärmebedarf eine geringe Vorlauftemperatur des Wärmeträgers fahren zu können.

Wie funktioniert eigentlich eine Wärmepumpe? Die Wärmepumpe hat einen Verdichter, der elektrisch oder durch einen Verbrennungsmotor angetrieben wird. Der Verdichter komprimiert ein Kältemittel auf einen höheren Druck, wobei es sich erwärmt. Die beim nachfolgenden Abkühlen und Verflüssigen des Kältemittels freigesetzte Energie wird in einem Wärmeüberträger auf das Wärmeträgermedium des Heizkreises, meistens Wasser oder Sole, übertragen. Das Kältemittel wird anschließend an einem Expansionsventil entspannt und es kühlt sich ab. Das kalte Kältemittel wird dem Verdampfer (Erdsonden, Luftverdampfer) zugeführt und es geht durch Aufnahme von Umgebungswärme in einen gasförmigen Zustand über.

Ein Nachteil der Wärmepumpe ist der deutlich höhere apparative Aufwand. Besonders kostenintensiv sind wirkungsvolle Verdampfer (Erdsonden, erdverlegte Flächenverdampfer). Die Investitionen gegenüber einem konventionellen Gas- oder Heizölbrenner sind zwar deutlich höher, dafür ist aber der regelmäßige Aufwand für Wartung und Instandhaltung geringer (Keine Reinigungs- bzw. Schornsteinfegerkosten)

In unserem nächsten und damit diese Serie abschließenden Beitrag werden wir staatliche Fördermöglichkeiten und Zuschüsse für energetische Modernisierungsmaßnahmen beschreiben.

Wir würden uns freuen, wenn Sie trotz Ihrer sicherlich schon auf Hochtouren laufenden Weihnachtsvorbereitungen weiterhin interessiert sind.

Kommen wir nun zu der konkreten Frage: „Kann man bei der Bauplatzauswahl schon Energie sparen?“

Der Bauplatz ist sogar in einem sehr großen Maß entscheidend, weil er oftmals unumstößliche Rahmenbedingungen schafft.

Stichwort: Himmelsrichtungen

Ist das Haus auf dem Grundstück so platzierbar, dass man für eine mögliche Solaranlage die ideale Südausrichtung vorsehen kann? Wie kann ich große Fensterflächen für solare Gewinne nach Süden legen oder muss ich im Norden energetisch ungünstige Fensterflächen vorsehen? Wo ist die Wetterseite, die mit Wind und Regen das Außenklima verstärkt? Wie frei bin ich durch die Himmelsrichtung in Verbindung mit der Grundstücksgröße und dem Grundstückzuschnitt für den Hausentwurf: Kann die Südfassade zum Beispiel nur sehr klein gestaltet werden, weil der Zuschnitt des Bauplatzes es nicht anders zulässt?

Stichwort: Öffentliches Energieversorgernetz

Welche Energiequellen stehen mir zur Verfügung? Muss ich diese Energiequellen lt. Kaufvertrag in Anspruch nehmen oder bin ich frei in meiner Entscheidung? Wo genau liegen die Anschlüsse? D.h. muss ich hier eventuell lange und damit teure Leitungen verlegen lassen, um angeschlossen zu werden? Gibt es im Grundbuch Eintragungen über ein Leitungsrecht Dritter, das mich in meinen Planungen beeinträchtigt? Zum Beispiel können hier keine Erdkollektoren oder Zisternen verlegt werden.

Stichwort: Regenwassernutzung

Darf man den Überlauf einer Regenwasserzisterne an das öffentliche Netz anschließen? Kann ich alternativ das Regenwasser versickern lassen? Wie gut ist die Bodenbeschaffenheit? Habe ich ausreichend Platz, um im Garten z.B. Rigolen verlegen zu lassen?

Stichwort: Bodenbeschaffenheit

Habe ich hier im Vergleich zu anderen Grundstücken mit Mehrkosten zu rechnen? Sind Kernbohrungen zugelassen? Habe ich auf Bergbauschäden/Erdbebengebietsauflagen zu achten? Wie sind die geohydrologischen Verhältnisse? Fällt der Bauplatz in ein Bombenabwurfgebiet und muss ich evtl. mit Kampfmitteldienst Kontakt aufnehmen? Muss ich meinen Keller als weiße Wanne ausführen? Wie hoch steht der Grundwasserspiegel an?

Weitere Stichpunkte folgen im nächsten Beitrag.
Bis dahin, Ihre Tanja Dasbeck