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„Welchen u-Wert hat denn Ihre Außenwand?“ ist neben der Frage nach dem Preis die Standardgesprächseinstieg auf jeder Baumesse. Und wenn ich dann antworte „Das kommt darauf an, für welchen Wandaufbau Sie sich entscheiden.“ schaut mich das fragende Gesicht meist verwirrt an. Warum bekommt der Messebesucher von mir diese und von Mitbewerbern andere Antworten?

Weil

  1. manche Anbieter standardisierte Außenwände anbieten, zu denen sie auch den exakten u-Wert weitergeben können,
  2. andere wiederum die Außenwände individuell ausführen, zu denen jedes Mal der u-Wert berechnet wird
    und
  3. dennoch in beiden Fällen kein Hexenwerk dahinter steckt.

Wärmeleitfähigkeit

Beginnen wir mit der Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffes.
Sie gibt das Maß für die Dämmeigenschaft des Baustoffes an und definiert sich wie folgt:
Die Wärmeleitfähigkeit λ (lambda) in W/(mK) gibt den Wärmestrom an, der in 1 Sekunde durch einen Querschnitt von 1m² eines 1m dicken Körpers strömt, wenn die Temperaturdifferenz bei 1 K (vgl. 1°C) liegt. Sie hängt von dem molekularen Aufbau des Baustoffes, dem Luftporengehalt, der Luftporenstruktur, der Rohdichte und dem Feuchtegehalt ab.
Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit ist, desto besser dämmt der Dämmstoff.

Baustoff λ in W/(mK)
Stahl 48-58
Beton 2,1
Glas 0,67
Holz 0,13-0,18
Vollziegel 0,5-1,4
Zellulose 0,04

Wärmeleitgruppe?

Die Wärmeleitgruppe (WLG) teilt die Dämmstoffe in Gruppen ein, die in 5er Schritten aufbauen. Sie ergibt sich durch die Wärmeleitfähigkeit multipliziert mit 1.000 und der vorangestellten Null. D.h. eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/mK entspricht der WLG 040. Die meisten Dämmstoffe liegen mit Ihrer WLG zwischen 030 und 045.
Auch hier gilt: Je niedriger, desto besser!

Was fehlt nun noch, um den u-Wert errechnen zu können?
Bis zum nächsten Mal, Ihre Tanja Dasbeck.

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Rund 87 % der von Haushalten benötigten Energie entfallen auf die Erzeugung von Wärme – davon 75 % auf die Raumheizung, weitere 12 % auf warmes Wasser.

Machen sich bei Ihnen trotz aller Sparsamkeit die Energiekosten mittlerweile deutlich bemerkbar? Dann wird es Zeit, über eine energetische Modernisierung Ihres Hauses nachzudenken. Ein Gebäudeenergieberater hilft Ihnen, die für Ihr Haus sinnvollsten und wirtschaftlichsten Maßnahmen zu ermitteln (eine Vor-Ort-Energieberatung für Ein- und Zweifamilienhäuser wird mit 300,- €, für Mehrfamilienhäuser mit 360,- € von BAFA bezuschusst).

Aber modernisieren Sie nicht planlos drauflos: Eine bestimmte Reihenfolge sollte eingehalten werden. Als erstes sollte die Gebäudehülle (Dach, Außenwände) gedämmt werden:

Ca. 20 bis 25 % der Wärme geht über die Außenwände verloren. Ziehen Sie Ihrem Haus einen „warmen Mantel“ an. Je nach Art des Mauerwerks und der Außenverkleidung (Putz, vorgehängte Fassade, Klinker etc.) gibt es unterschiedliche Dämmmaßnahmen.

Die Dämmung eines normal verputzten Hauses ist die einfachste Maßnahme. Wenn Ihr Haus ohnehin einen neuen Anstrich braucht, sollten Sie die Gelegenheit nutzen und Ihr Haus dämmen lassen. Die Grundkosten wie Gerüst = ca. 12,- € pro m² und ein neuer Anstrich = ca. 26,- € pro m² fallen ohnehin an. Ein Wärmedämmverbundsystem kostet komplett incl. Putz, jedoch ohne Gerüst, zwischen 84,- € und 112,- €.

Lassen Sie sich nicht eine übermäßige Dämmstärke aufschwatzen. Auch hier gilt: Viel hilft nicht viel, sondern ist nur teuer. Eine Dämmstärke von 12 bis 14 cm mit der Wärmeleitzahl 035 reicht völlig aus.

Bei den Dämmmaßnahmen sind auch Fenster und Türen mit einzubeziehen, um keine undichten Stellen entstehen zu lassen. Wichtig ist deshalb, dass die Dämmung nicht in Kellerhöhe endet, sondern noch ca. 0,50 m tiefer gezogen wird. So werden Wärmebrücken vermieden, über die Wärme wieder verloren geht. Eine gedämmte Außenwand hat den weiteren Vorteil, dass die Temperatur der Wandinnenseiten steigt (denken Sie an den „warmen Mantel“) und Sie die Heizung herunterdrehen können, ohne dass die Behaglichkeit leidet.

Nun hat Ihr Haus schon einmal einen Mantel an – jetzt fehlt noch die Mütze. In unserem nächsten Beitrag gehen wir auf die Dachdämmung ein und unterscheiden hier zwischen der Dämmung eines Flachdachs und eines Steildachs.