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Auf Handelsblatt.com fand ich diesen Artikel über alternative Treibstoffe " Die schmutzige Seite des Biodiesels" der mit Bio-Diesel und Co hart ins Gericht geht.

Unabhängig von den bereits bekannten Nachteilen

  • verbrennt Lebensmittel, die Menschen essen könnten
  • verteutert Lebensmittel
  • schädigt eventuell Motoren und Teile

sind die Schadstoffkombinationen, die beim Verbrennen von Bio-Diesel entstehen, längst nicht so gut erforscht, wie die bei konventionellem Diesel. Dazu kommt, dass der Bio-Diesel im Gemisch mit konventionellem Diesel verkauft und verbrannt wird.

Die Forscher kommen jedenfalls zum Fazit, dass Ethanol relativ sauber verbrennt, man aber von Bio-Diesel absehen sollte.

Wir dachten wir sind aus dem Schneider: Die Einführung von Benzin E10 schien vorerst gekippt, drei Millionen Autobesitzer in Deutschland sind erstmal sicher vor dem Tanken von Super Plus.

Die Welt berichtet am 20. April dagegen, dass die Pläne für eine höhere Bio-Ethanol-Beimischung im Diesel (Diesel B7) weiterhin verfolgt werden. Mit den gleichen Problemen für Diesel-PKW wie beim Bio-Benzin für Benziner: der agressive Treibstoff greift Dichtungen und Schläuche an. Hinzu kommt beim Diesel noch, dass sich der Motor mit dem Öl-Anteil im Diesel selber schmiert. Dies wird mit höherem Bio-Ethanol-Anteil schlechter.

Nach dem Aufschrei in der Bevölkerung wurden die einen Pläne gekippt, die anderen aber klammheimlich beibehalten. Wie finden wir das?

Abgesehen von der Erkenntnis, die sich immer mehr durchsetzt, dass es unvernünftig ist, Lebensmittel zu Benzin (oder Diesel) zu verarbeiten!

Update: Auch der Spiegel berichtet, allerdings von den Veröffentlichungen des Umweltministeriums: Diesel B7 könnte gar nicht schaden (mit Verweis auf Frankreich).

Update Dezember 2010: Alles zum Thema Benzin E10 auf unserer Themenseite E10

Ausländische Hersteller blieben bisher unberücksichtigt

Die Zahl der in Deutschland zugelassenen PKW, die durch Kraftstoff mit einem Anteil von 10 Prozent Bioethanol (Benzin E10) geschädigt werden könnten, ist offenbar wesentlich größer als bisher angenommen. Wie ZEIT Online aus Regierungskreisen erfuhr, ist mit rund 3 Millionen Fahrzeugen zu rechnen, die den E10 genannten Kraftstoff nicht vertragen.

Darunter seien nach Angaben des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) 315.000 Fahrzeuge deutscher Hersteller und zwei bis drei Millionen PKW ausländischer Produzenten. Dies hätten Recherchen des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) ergeben.

Der Automobilklub ADAC will am Freitag die Ergebnisse eigener Recherchen bei den Automobilherstellern veröffentlichen. Ein Sprecher des ADAC bestätigte ZEIT Online die "Größenordnung von 3 Millionen Fahrzeugen", die Benzin E10 nicht vertragen. Die Recherche sei allerdings noch nicht abgeschlossen, sagte der ADAC-Sprecher.

Die Bundesregierung will zum Zwecke des Klimaschutzes den Bio-Ethanol-Anteil im Benzin von 5 auf 10 Prozent erhöhen. Bisher hieß es, dass nur 375.000 schon zugelassene Fahrzeuge Benzin E10 nicht vertragen. Die vom VDA genannte Zahl bezog sich allerdings nur auf Fahrzeuge aus deutscher Produktion; die ausländischen Hersteller hatten bisher keine Zahlen genannt.

Weil Zweifel an der genannten Summe von Fahrzeugen entstanden waren, die wegen Unverträglichkeit von Benzin E10 auf das teurere Super-Plus ausweichen müssten, hatte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Mitte Februar verlässliche Angaben über die Zahl der betroffenen Fahrzeuge gefordert. Sollte diese Zahl der von den technischen Problemen Betroffenen wesentlich höher sein als die damals genannten 375.000 Fahrzeuge, müsse über das Biospritziel von 10 Prozent "neu nachgedacht werden", hatte Gabriel damals angekündigt.

UPDATE 30.3.08: ADAC Tabelle

Beim ADAC gibt es auch eine Tabelle mit der E10-Vertäglichkeit aller Autos, zu denen es verbindliche Aussagen der Hersteller gibt.

Quelle: Pressemitteilung, Zeit Online, 27.3.08

Update Dezember 2010: Alles zum Thema Benzin E10 auf unserer Themenseite E10