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Lange habe ich gezweifelt und wollte es nicht wahrhaben: der größte Faktor beim Benzin-Verbrauch eines Autos ist nicht der Reifenluftdruck, nicht die überflüssige Zuladung, nicht das übliche Fahrverhalten sondern:

die Geschwindigkeit.

Seit ich dem Club des Hypermiling (Minilitern auf Deutsch) beigetreten bin, der beim bestehenden Auto den geringsten Benzin-Verbrauch herauskitzelt, habe ich immer neue Verbrauchs-Minima erreicht.

Mein 1.0 Liter Corsa verbrauchte jahrelang ziemlich genau 6 Liter. Diesen Sommer habe ich das erste Mal den Verbrauch der Herstellerangabe (5,9l) erreicht. Beim Urlaub in Italien waren es dann plötzlich:

5 Liter auf 100km

Wir hatten das Auto gut beladen, haben nicht besonders auf die Fahrweise geachtet, haben uns aber immer an die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten: 110km/h auf den ausgebauten Landstraßen, 120km/h auf der Autobahn.
Das allein hat uns einen Liter auf 100km gebracht, das sind 17%!

Wenn man sich vorstellt, was es bedeuten würde, wenn alle soviel weniger verbrauchen würden!!

Ich bin trotzdem gegen eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen. Auch wenn diese Ersparnis dafür spricht. Was sagen Sie?

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Hypermiling ist eine neue Trendsportart aus den USA, bei der es darum geht, mehr Meilen aus einer Gallone Benzin oder Diesel zu holen.

Amerikaner vergleichen den Spritverbrauch ihrer Autos umgekehrt wie wir: sie geben an, wieviele Meilen (ca. 1,6km) man mit einem Auto mit einer Gallone Benzin, Super oder Diesel (ca. 3,8l) fahren kann.
Ein Spritverbrauch von 6l auf 100km entspricht in etwa 40 miles/gallon.

Die Hypermiler versuchen nun also mehr aus ihren Autos herauszuholen und die Herstellerangabe (im Schnitt 25 Meilen/Gallone für amerikanische Autos) deutlich zu übertreffen. Dazu benutzen sie zum Teil ganz konventionelle Tricks:

  • Motor gut warten lassen, Zündkerzen erneuern
  • Leichtlauföl einfüllen
  • Luftdruck in den Reifen prüfen und etwas erhöhen
  • Fenster geschlossen lassen, Klimaanlage aus lassen
  • Überflüssiges Gepäck zu Hause lassen, Dachträge abmontieren.

und welche die etwas weiter gehen:

  • Im Windschatten von Lastwagen fahren
  • Vor Ampeln, am Berg, etc ausrollen lassen und die Schubabschaltung vom Motor benutzen
  • Nicht schneller als 80km/h fahren
  • Niemals die Motorbremse benutzen

Nicht nur das Fahren im Windschatten ist dabei gefährlich, Fahrer sollen auch schon angegriffen worden sein, weil ihre Hintermännern nicht einsehen wollten, gezwungener Maßen auch mit 30km/h auf die Ampel zu zu rollen.

Hypermiling auch bei uns

Auch wenn ich keinem offiziellen Club beigetreten bin und meinen Spritverbrauch in Litern pro Kilometer messe, versuche ich doch, Benzin zu sparen. Dabei nutze ich viele Tricks der Hypermiling-Gemeinde, allerdings fahre ich nie, niemals im Windschatten von LKW.

  • Ich fahre defensiv, mit viel Abstand. Ich versuche über die Autobahn zu fahren, ohne zu bremsen. Bremsen verschwendet Energie und zwar zweimal, beim Bremsen selbst und beim wieder Gas geben.
  • Ich kenne meine Strecken, ein Kilometer vor der Ausfahrt gehe ich vom Gas. Dann komme ich mit 80 genau an der Ausfahrt an.
  • Ich rase nicht und halte mich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das alleine hat 0,2l/100km gebracht (seit auch die letzte meiner üblichen Autobahnen hier im Ruhrgebiet auf 100 beschränkt wurde (die A42)).

Ich fahre nicht 80, gezwungenermaßen aber ganz oft nur 100. Tagsüber ist man oft froh, wenn man überhaupt 100 fahren kann.

Neulich habe ich das erste Mal die Herstellerangabe von 5,9l/100km für meinen kleinen Corsa unterboten! Das hat mich motiviert.

Ich frage mich, ob Sie die Herstellerangabe Ihres Autos erreichen oder gar unterbieten. In meinem Bekanntenkreis klang es so, als käme niemand daran, als wäre die Angabe Makulatur. Wieviel verbraucht Ihr Auto?

Wie würde Hypermiling bei uns heißen? Minilitern?