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Dieser Bericht im Spiegel Fahren mit Fäkalien: Der Mist-Käfer geht über Bio-Ethanol weit hinaus.

Der umgerüstete Käfer fährt mit dem Methangas, das aus dem Klärschlamm der Abwässer von 70 Haushalten gewonnen wird. Mit dem Abwasser von 70 Haushalten kann er angeblich 15.000km im Jahr fahren.

Wenn wir alle also in Zukunft Klärschlamm-Autos fahren wollen, dann dürfte nur jeder 70ste von uns Auto fahren. Hm. Da müssen wir uns noch etwas ausdenken. Aber wenn wir die Abwässer von Mastbetrieben mit einrechnen, würde es schon reichen!

Der Mist-Käfer, wie ihn der Spiegel nennt, fährt mit gereinigtem Methan (Kohlendioxid wird entzogen) und ist so noch umweltfreundlicher (weil motorfreundlicher).

Benzin benötigt das Auto trotzdem noch, zum Starten (das kennt man auch von den ersten drei Generationen des Prius).

Statt immer neue Energiequellen anzuzapfen, sollten wir erstmal versuchen unseren vorhandenen Abfall zu benutzen und daraus alternative Energien zu gewinnen. Dadurch sparen wir uns die Entsorgung und schonen das Klima.

Anscheinend ausgereift ist die Erzeugung von Biogas aus Dung. Sowohl der Stern als auch CNN berichten.
Laut dem Stern ("Stallmist enthält Energie für Millionen") könnten aus dem Dung aller Nutztiere der USA 100 Milliarden kWh Strom produziert werden (genug für 3% des US-Jahresverbrauchs).

CNN stellt in einem Video einen Milchbauern vor, der für seine 3000 Kühe bereits eine Biogas-Anlage betreibt.

Kleine Statistik aus dem Video:

  • Eine einzelne Kuh macht genug Mist, um eine 100Watt Glühbirne 24 Stunden brennen zu lassen. Das sind 2,4kWh am Tag. D.h. ich könnte meinen Haushalt mit knapp vier Kühen betreiben!
  • Der Bauer betreibt mit dem Strom die Milchküche.

Bei Riverdeep (Anleitungen für Lehrer) gibt es eine ausführliche Erläuterung, wie Kuhkraft (Cow Power) genutzt werden kann. Die Sprache kommt dort auch auf die Nutzung der Kuh-Rülpser. Jede Kuh stößt am Tag 280l Methan aus! Dieses ist leichter als Luft und verfliegt bisher immer noch ungenutzt in die Athmosphäre - dabei ist Methan um ein vielfaches klimaschädlicher als Kohlendioxid.

Wie man das ausgeatmete Methangas auffangen kann, ist noch zu klären!

Schweinekraft ist vielleicht sogar noch besser als Kuhkraft: uns allen wird der Gestank von Gülle erspart und Bauern müssen das als Sondermüll klassifizierte Material nicht mehr unnötigerweise im Winter auf ihre Felder ausbringen!

24.7.08

Update 25.7.08: Treehugger hat eine Grafik gefunden, die zeigt, wie die Verarbeitung von Kuh-Dung zu Biogas funktioniert.

Energynet.de berichtet über die Eröffnung der ersten
Biogaspipline in Deutschland, die in ein Braunschweiger Blockheizkraftwerk mündet.

Energynet geht darauf ein, dass das Gas für diese Gaspipline von einem Klärwerk und umliegenden Landwirten stammt und nicht aus Mais, Weizen oder anderen Lebensmitteln hergestellt wird, die auf unseren Tischen (und den Tischen der Armen) fehlen würden.

Biogas wird üblicherweise aus Methan gewonnen, das bei Zersetzungsprozessen entsteht (es gibt verschiedene Reinheitsstufen, für die das Gas aufbereitet werden muss). Methan ist ein Treibhausgas (20 mal schädlicher als CO2). Wenn man es verbrennt haben wir doppelt gespart!

Der ursprüngliche Artikel stammt vom Technology Review.