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Zum Abschluss dieser ersten Reihe zum Neubau (hier eine Übersicht unserer Serien) bedanke ich mich für Ihr Interesse und für die Nachfragen von Ihnen, die wir entweder in den Kommentaren mit einander ausgetauscht haben oder auch im persönlichen Kontakt klären konnten.

Die Mischung von sehr groben Fragen Warum will ich überhaupt bauen? bis hin zu sehr detaillierten u-Wert Berechnungen haben wir eine große Spanne abgedeckt, die meiner persönlichen Erfahrung der Interessentenfragen entspricht. So ist Ihnen das Motto Das schwächste Glied in der Kette entscheidet! im Artikel Wie kann ich beim Hausbau Energie sparen? bestimmt näher gekommen – und Sie haben an der ein oder anderen Stelle Anstöße für Ihre ganz individuelle Situation bekommen.

In diesem Sinne freue ich mich auf die nächste Reihe, bei der Sie aktiv mitarbeiten können. Näheres verkünden wir am 19.2.2009. Bis dahin verbleibe ich mit fröhlichen Grüßen, Tanja Dasbeck

Warum ist der Holzhausentwurf für das energetische Konzept so wichtig?

Warum habe ich in der letzten Veröffentlichung ausgerechnet das Beispiel von der besseren Außenwanddämmung erwähnt, die eventuell aus Kostengründen gestrichen wird, weil alles Geld in die Wohnfläche fließt?

Sehr oft höre ich auf Baumessen die Frage "Und wie viel kostet dieses Haus? Und wie viel Wohnfläche hat das Haus?". Diese zwei Fragen gehören irgendwie zusammen, weil man glaubt, darüber ein Gefühl für das Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen, und seit der Energiediskussion kommt ganz oft die Frage "Und wie gut ist das gedämmt?" noch hinterher geschossen.

Wenn wir also über das Energiesparen beim Holzhausentwurf reden, fangen wir doch einfach bei der Wohnfläche an. Denn diese Frage können viele Bauinteressierte sehr schnell beantworten, weil sie es mit der bisherigen Wohnsituation vergleichen. Doch eine Mietwohnung mit 120m² Wohnfläche kann durch ihren schlechten Zuschnitt (großer Flur, falsche Raumanordnung) nicht mit einem neu geplanten Haus 1:1 verglichen werden. Denn ein pfiffiges Grundrisskonzept kann auf gleicher Wohnfläche deutlich mehr Wohnqualität schaffen. Aber nur auf die Hausgröße zu achten, muss nicht immer von Vorteil sein!

Deshalb sollte die gewünschte Wohnfläche in den Planungsgesprächen mit dem Architekten oder dem Baubetreuer gemeinsam überprüft werden. Anfangen kann man hier mit einem Raumprogramm, das alle gewünschten Räume auflistet und mit Funktionen hinterlegt. Wird z.B. ein Wohnbereich gleichzeitig zum Teil als Homeoffice genutzt, ist an dieser Stelle besonders auf die Raumgröße und –gestaltung zu achten.

Manchmal ist auch zu hinterfragen, wie oft denn das gewünschte Gästezimmer genutzt wird und ob man verschiedene Funktionen alternativ in "Allzweckräumen" unterbringen kann.
Soweit zu den Räumen, die gewünscht werden.

Ein weiteres Maß gibt das zur Verfügung stehende Grundstück vor. Ist das Baufenster 9x12 groß und soll ausgeschöpft werden, kann eine Wohnfläche von ca. 87m² entstehen, wenn die Außenwanddicke mit 0,30m angenommen wird. Da die Dämmung der Außenhülle eine der wichtigsten Faktoren für das Energiesparen ist, kann man die Außenwanddicke auch mit 0,45m annehmen, um einen sehr guten Wärmedämmwert zu erreichen. Das lässt unsere Wohnfläche aber auf ca. 81m² schrumpfen, und wir haben einen möglichen Abstellraum von ca. 6m² "weggeplant" – und das nur im Erdgeschoss, denn das Dachgeschoss schrumpft ja parallel mit! Diese Betrachtung schließt wieder den Kreis zur Eingangsfrage: Die Wohnfläche wird durch mehrere Faktoren beeinflusst (u. a. Kosten, Außenwanddicke, Baufenster). Bereits an dieser Stelle des Hausentwurfes lege ich grundsätzliche Maßstäbe für mögliches Energiesparen im/am Haus fest.

Und über die "dritte Dimension der Wohnfläche" schreibe ich im nächsten Beitrag,
Ihre Tanja Dasbeck