Förderung von Windenergie-Anlagen in Indien durch Abschreibung

Telepolis berichtet dass der indische Windenergiehersteller Suzlon seine Produktions-Kapazitäten für Windenergie-Anlagen im folgenden Jahr verdoppeln will.

Der Artikel beschreibt auch, wie die indische Regierung diese Anlagen fördert, ohne direkte Fördermittel auszuschütten.

Man kann in Indien die Investitionskosten für Windenergie-Anlagen im ersten Jahr bereits zu 80% absetzen (ob das auch für andere Arten von erneuerbare Energien gilt, steht dort nicht). Das heisst, ein Investor kann seine Steuerlast sofort um fast die gesamte Investitionssumme senken! Daraus folgt, dass sich Winenergieanlagen schneller amortisieren.

Via: existenz24.biz, 10.12.07

5 Gedanken zu “Förderung von Windenergie-Anlagen in Indien durch Abschreibung

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  2. Ja, die Windkraftanlagen amortisieren sich schneller. Aber ist das das Ziel der Sache? Oder ist das Ziel nicht vielmehr die Erzeugung von möglichst viel Windstrom?

    In den USA gab/gibt es auch so ein Modell. Dort wurden sehr viele Windkraftanlagen aufgestellt, die jetzt vor sich hin rosten. Quadratkilometer, kein Scherz! Erst seitdem dort auch die kWh Windstrom bezahlt/subventioniert wird, und nicht die Anlage, wird dort wieder in die Wartung investiert.

    Am EEG ist sicher einiges zu kritisieren, aber immerhin fördert es das Richtige: grünen Strom. Damit fördert es auch die Auswahl der effizientesten (und nicht der billigsten) Anlage und dass die Anlage in einem guten Zustand gehalten wird.

  3. Beitragsautor

    Hallo Hendrik,
    das Ziel ist natürlich möglichst viel Windstrom zu erzeugen. An der Frage, wie man das am besten erreicht, spaltet sich immer die Meinung.

    Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Windkraftanlagen alleine aus dem Grund verrosten, weil sie schnell/zu schnell abgeschrieben wurden. Der Betrieb/die Wartung haben sich also nicht gerechnet, weil die Stromerzeugung trotz Steuervergünstigung noch teurer war, als der Erlös. Das ist jedoch unabhängig von der Förderung durch Steuerermäßigung. Denn der Unternehmer hat das Geld bereits ausgegeben. Wenn die Anlage hinterher nicht hält, was sie verspricht, hat er nichts davon!

    Stromerzeugung muss sich langfristig lohnen. Das schaffen wir nur, wenn die Anlagen immer effizienter und die Stromerzeugung immer günstiger wird. Das können wir nur erreichen, indem viele Windkraftanlagen aufgestellt und genutzt werden.

    Fördert das EEG wirklich die effizientesten Anlagen? Wenn Politiker verlauten lassen, dass es ungerecht sei, dass in einigen Gegenden mehr Wind weht als in anderen und dass man deswegen die Einspeisevergütung anpassen sollte, dann führt das nicht dazu, dass die effizientesten Standorte ausgewählt werden!

  4. Das EEG hat (wie gesagt) auch seine Grenzen. Es fördert nicht "die effizientesten Anlagen" im absoluten Sinn, sondern die Anlagen, die effizient genug ist um die Profite zu erreichen, die die Geldgeber haben wollen.

    Ich denke, wir sind uns einig, dass es Quatsch ist, Anlagen erst zu bauen und dann verrosten zu lassen. Das ist aber so in den USA passiert und zwar in großem Maßstab. Die Anlagen sind nur deshalb gebaut worden, weil es wegen der Abschreibungen Sinn machte, nicht, weil sie Strom konkurrenzfähig hergestellt haben. Sie speisen Strom ein, aber nicht sehr effizient und bleiben daher unter ihrem Potential. Ich denke, mit einem EEG wäre das nicht passiert.

    Ich will hier das EEG nicht heiligsprechen, ich will nur sagen, Abschreibungsvorteile helfen auch nicht weiter. Das EEG hindert heute keine Firma/Genossenschaft/Verein an der Aufstellung von Anlagen. Es ist der politische Wille (siehe Hessen, die glauben da schon fast alle, dass bei ihnen kein Wind weht und mehr Atomkraftwerke her müssen) und die lokalen Verordnungen. Ja, wahrscheinlich wäre es besser, wenn die Gemeinden besser daran verdienen würden.

  5. Beitragsautor

    Wenn man die Gemeinden unterstützen will, dann ist die Abschreibung auf jeden Fall der falsche Weg, denn das senkt die Gewerbesteuereinnahmen!

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