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Richtig heizen, richtig lüften! 17 Regeln

Hier schreibt Gebäudeenergieberaterin Marianne Gockeln als Gastautorin. Mehr von ihren Artikeln.

Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung wie Schimmelpilz und schwarze Flecken sind nicht nur ärgerlich, sondern vermeidbar! Wird dieser Schaden durch mangelhaftes Heizen und/oder Lüften verursacht, ist es Aufgabe des Mieters, diese Schäden zu beheben. Besser, sie treten erst gar nicht auf.

Damit Sie lange Freunde an Ihrem Heim haben – und damit Feuchtigkeit und Schimmel keine Chance haben – hilft diese kleine Checkliste:

  1. Auch im Herbst und Frühjahr sollten (bei Anwesenheit) folgende Temperaturen eingehalten werden:
    • Im Wohnzimmer, Kinderzimmer und in der Küche 20 Grad Celsius,
    • im Bad 21 Grad Celsius,
    • nachts im Schlafzimmer 14 Grad Celsius.

  2. Als Faustregel gilt: Je kühler die Zimmertemperatur, desto öfter muss gelüftet werden.
  3. Die Heizung auch bei Abwesenheit tagsüber bitte nie ganz abstellen. Ständiges Auskühlen und Wiederaufheizen ist teurer, als das Halten einer abgesenkten Durchschnittstemperatur.
  4. Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen Tag und Nacht geschlossen halten.
  5. Nicht vom Wohnzimmer das Schlafzimmer mit beheizen. Das Überschlagenlassen des nicht geheizten Schlafzimmers führt nur warme, das heißt feuchte Luft ins Schlafzimmer; diese schlägt dort ihre Feuchtigkeit nieder.
  6. Morgens in der Wohnung einen kompletten Luftwechsel durchführen. Am besten Durchzug machen, ansonsten in jedem Zimmer das Fenster weit öffnen.
  7. Die Mindestzeit für die Lüftung hängt von dem Unterschied der Zimmertemperatur zur Außentemperatur und davon ab, wie viel Wind weht.
  8. Selbst bei Windstelle und geringem Temperaturunterschied reichen in der Regel 15 Minuten Stoßlüftung aus.
  9. Je kälter es draußen ist, desto kürzer muß gelüftet werden.
  10. Einmal täglich lüften genügt nicht! Vormittags und nachmittags nochmals die Zimmer lüften, in denen sich Personen aufgehalten haben. Abends einen kompletten Luftwechsel inklusive Schlafzimmer vornehmen.
  11. Nicht von einem Zimmer in ein anderes, sondern nach draußen lüften.
  12. Bei innenliegendem Bad ohne Fenster auf dem kürzesten Weg (durch ein anderes Zimmer) lüften. Die anderen Türen geschlossen halten. Besonders nach dem Baden oder Duschen soll sich der Wasserdampf nicht gleichmäßig in der Wohnung verteilen.
  13. Große Mengen Wasserdampf (z.B. durch Kochen) möglichst sofort nach draußen ablüften. Auch hier durch Schließen der Zimmertüren verhindern, daß sich der Dampf in der Wohnung verteilt.
  14. Wenn Wäsche in der Wohnung getrocknet wird, weil ein Trockenraum fehlt, dieses Zimmer öfter lüften. Zimmertüren geschlossen halten.
  15. Nach dem Bügeln lüften.
  16. Auch bei Regenwetter lüften, Wenn es nicht gerade zum Fenster hereinregnet, ist die kalte Außenluft trotzdem trockener als die warme Zimmerluft.
  17. Luftbefeuchter sind fast immer überflüssig.
  18. Bei Abwesenheit während Ihres Urlaubs ist natürlich das Lüften tagsüber nicht möglich, aber auch das ist nötig! Bitten Sie diejenigen, die ggfs. Ihre Blumen versorgen, darum, gelegentlich zu lüften!

Die
Checkliste zum korrekten Lüften zum Download (pdf).

Update 3.8.08: Pluggit hat eine Reihe von Urteilen ausgegraben, die besagen, dass Mieter nicht dazu gezwungen werden können, mehr als zweimal am Tag zu lüften.

Schön, dass Sie wieder da sind!

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Artikel-Info

Kommentare

Kommentar von Daniel
Datum: 6. Dezember 2008, 18:48

Kann mir mal jemand den ersten Punkt 3 in einfachen Worten erklären?

Nach meinem physikalischen Verständnis sollte wenn man die Heizung tagsüber ausschaltet durch die geringere Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen doch gerade weniger Energie “verlorengehen”. Und die Energie die man benötigt um die Wohnung wieder aufzuheizen kann doch eigentlich nicht größer sein als die, die nötig wäre um die Temperatur zu halten.

Gruß
Daniel

Kommentar von Marianne
Datum: 9. Dezember 2008, 14:51

Das Geheimnis ist die spezifische Wärmekapazität der jeweiligen Bauteile: Schaltet man die Heizung tagsüber ganz aus, geht die vorhandene Raumwärme erst einmal in das (meistens ungedämmte) Mauerwerk und von dort nach draußen; das Mauerwerk kühlt ab, da keine Wärme nachgeliefert wird. Bei Einschalten der Heizung wird die Energie erst einmal dafür benötigt, das Mauerwerk aufzuheizen und dann erst den jeweiligen Raum oder das Gebäude. Heißt: Bevor der Raum warm wird, muss erst einmal die Außenmauer “aufgewärmt” werden. Da Mauerwerk eine andere spezifische Wärmekapazität hat als Luft, benötigt man deshalb mehr Heizenergie.

Ich hoffe, dass ich die Frage beantworten konnte.

Kommentar von Michael
Datum: 4. Februar 2009, 17:06

Ich habe ein Bad von ca 6,5 qm und einen Einfachplattenheiz körper 0,50×0,70cm. Der Thermostat steht auf 2. Wenn ich auf 4 stelle läuft der Heizkörper durch ohne sich abzuschalten
das heisst die gewünschte Temperatur wird nicht erreicht Eine Messung ergab das die Raumtemperatur bei ca 22°C stagniert.Mir wurde mitgeteilt ich sollte die Temperatur im Bad ständig bei 20-21°C halten. Ich stelle also das Thermostat auf Stufe 3 mit dem Ergebnis das die Heizung auch ohne Unterbrechung durchläuft und das bei 6°C Aussen
temperatur. Wenn ich jetzt noch mehrmals lüfte wäre dies kontraproduktiv. Was läuft hier schief,wer kann mir helfen???M

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