Schlagwort-Archive: Photovoltaik

Der Spiegel berichtet, dass in China in der Qaidam-Wüste das größte Solarkraftwerk der Welt geplant ist: Größenordnung ein Gigawatt.

Interessante Punkte aus dem Artikel:

  • In der Gegend werden auch viele Bodenschätze abgebaut. Das alte und das neue nebeneinander, cool!
  • Der Autor des Artikels beim Spiegel ist nicht beeindruckt, weil er das eine Gigawatt in Beziehung setzt zur gesamten installierten Photovoltaik-Leistung in Deutschland (ca 4500 Gigawatt in 2007). Ich finde diesen Vergleich unpassend!

Die Frage, wie die Strombörse EEX in Leipzig funktioniert beantwortet ralos in einem Blogartikel und erklärt wie Strom aus erneuerbaren Energien die Preise dort beeinflusst.

Generell gilt:

  • Jede Stunde gibt es eine Auktion. Der dort festgestellte Preis gilt für alle Anbieter (für die Stunde).
  • Die Energieversorger melden ihren Bedarf, die Erzeuger ihre Kapazität und den Preis für ihren Strom. Aus dem Abgleich zwischen Bedarf und Preis für die benötigte Menge (billigste Kraftwerke zuerst) wird der Preis für alle bestimmt.

Das bedeutet, dass a) die teuersten Kraftwerke nicht liefern dürfen und b) diejenigen die billiger produzieren mehr Strom verkaufen können.

Strom aus Photovoltaik- und Windkraft-Anlagen wird dabei immer gekauft und kegelt so die teureren Kraftwerke aus der Auktion.

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Von den weißen Flecken auf Deutschlands Internet-Landkarte ist selten die Rede, es gibt sie aber immer noch: Dörfer, die kein DSL erhalten, weil es sich für die Telekom nicht rechnet. Abhilfe war bisher immer ein Satelliten-Internet, doch war nur der Down-Link über Satellit, der Versand von E-Mails und andere Uploads gingen weiterhin durch die Telefonleitung.

Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, beide Richtungen über Satelliten zu betreiben: das bedeutet einen immensen Geschwindigkeitsvorteil. Aber nicht nur das:

Das Satelliten-Internet spart mächtig Energie:

  • Es muss keine Infrastruktur mehr verlegt werden, jedes noch so kleine Dorf kann angeschlossen werden.
  • Die Sendeleistung ist geringer als bei verteilten Funkmasten.
  • Satelliten werden alleine durch Photovoltaik-Zellen mit Strom versorgt, sie kosten keine Energie, verbrauchen kein Öl und sind klimaneutral.
  • Da Satelliten geschätzte 15 Jahre im All ihren Dienst tun, kann man die (Energie-)Kosten für den Start der Rakete auf die gesamte Zeit umlegen:
    Rechnerisch verbraucht der Satellit in seinem ganzen Leben soviel Energie wie ein Mittelklasse-Fahrzeug.

Noch sind die Satelliten nicht im All, der erste Start ist für 2010 geplant.

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Berretta:

Die Mengen an Kohlendioxid, um die es bei diesem Prozess geht, sind erstaunlich gering. Wenn ich einmal davon ausgehe, dass ein Satellit 15 Jahre in Betrieb ist, dann entspricht sein virtueller Kohlendioxid-Ausstoß dem eines einzigen Mittelklasse-Autos. Wer das Klima schützen will, muss also auf die umweltfreundliche Satellitentechnik setzen.

Weiß Greenpeace das schon?

Berretta:

Ich hoffe.

Quelle: Interview mit Eutelsat Chef Giuliano Berretta in der Welt vom 13. September.