Haushalt

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Licht ausErst heute habe ich von der für Samstag abend geplanten Aktion "Deutschland schaltet das Licht aus" gehört. Jeder Deutsche soll am Samstag abend von 20:00 bis 20:05 alle Lichter ausschalten. "Für unser Klima", wie es heißt.

Die Medien sind skeptisch, große Versorger haben bereits gewarnt, dass ein kollektiver Verbrauchsabfall zum Ausfall des gesamten Netztes führen könnte (Spiegel Welt,), denn Kraftwerke lassen sich nicht mal eben abschalten oder wenn sie per Notabschaltung herunter gefahren werden, nicht mal so eben wieder hochfahren. In Frankreich habe 3 Millionen mitgemacht. Wenn das bei uns ähnlich wird, dann wissen die Versorger nicht mehr, wohin mit dem plötzlich nicht mehr benötigten Strom.

Eine ähnliche Aktion in San Franzisco mit einer Million Teilnehmer hat keinerlei solcher Probleme verursacht.

Licht anAuch eine Gegenaktion ist schon formiert: Deutschland schaltet das Licht an - aber richtig. Sie sagen, man soll während das Licht aus ist, schnell alle Birnen durch Energiesparlampen ersetzen und gleich den Versorger wechseln.

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Was sagen Sie? Sind Sie dabei? Ich möchte nicht, dass durch diese Aktion das Licht (und mein Computer) aus bleiben! Wir erinnern uns an den großen Stromausfall, der halb Europa im dunkeln gelassen hat, nur weil eine Leitung über der Ems ausgeschaltet wurde (Spiegel). (Meine Birnen habe ich längst gewechselt )

Update der Aktion "Licht aus!"

Die Aktion ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Viele Menschen in Deutschland und Österreich und Liechtenstein haben mitgemacht. Öffentliche Gebäude und viele öffentliche Weihnachtsdekorationen blieben für die fünf Minuten dunkel. Zum Glück ist der Strom nicht ausgefallen, obwohl RWE Schwankungen gemessen haben.

Wir haben auf einer Party auch das Licht ausgemacht und eine Kerze angezündet. War sehr gemütlich.

Alle sind wir uns einig, dass diese Aktion dem Klima nicht direkt nützt, aber dass es wichtig ist, das Bewusstsein dafür zu schärfen. Was wäre wenn wir statt einmal am Samstag das Licht auszumachen, regelmäßig unbenutzte Lampen ausschalten? Wirklich überall Energiesparlampen einführen würden? Die explodierende Weihnachtsdeko zurücknehmen oder wenigstens Lichtschläuche und -Netze nur noch mit Leuchtdioden (LED) kaufen?

Wie erkennt man, ob ein Produkt, dass mit einem ökologischen Vorteil wirbt, wirklich das hält, was es verspricht?
Terrachoice eine Öko-Beraterfirma, hat die Sechs Sünden des grünen Mogelns aufgedeckt (Six sins of greenwashing, 2.12.207).

  1. Unsichtbarer Zielkonflikt: ein umweltfreundlicher Aspekt des Produkts wird hervorgehoben, andere fallen unter den Tisch. Als Beispiel: das Papier aus nachhaltiger Baumwirtschaft muss immer noch hergestellt und transportiert werden. Sind diese Schritte auch nachhaltig?
  2. Mangelnde Beweise: das Pfelgeprodukt behauptet ohne Tierversuche hergestellt worden zu sein, führt aber keine Beweise auf (z.B. hat zB kein Zertifikat).
  3. Vage Formulierungen: "frei von Chemikalien", "natürliche Inhaltstoffe", "umweltfreundlich". Da steht nicht "pestizidfrei!.
  4. Irrelevante Aussagen: Bestimmte, als "schlecht" bekannte Inhaltsstoffe, die in dem Produkt natürlicherweise nicht enthalten sind, werden explizit ausgeschlossen. (FCKW-freier Rasierschaum)
  5. Erlogene Zertifikate: einige Produkte zeigen Zertifikate auf ihren Verpackungen, die es nicht gibt, oder die ohne Berechtigung verwendet werden.
  6. Kleineres Übel: Umweltfreundliche Insektenvernichtungsmittel, Bio-Tabak. Wirklich ökologisch wäre der Verzicht.

Viele dieser Punkte gelten auch für gesunde Lebensmittel, fällt mir auf. Unser Mazola Keimöl enthält kein Cholisterin - laut Aufkleber. Klar, Cholisterin ist ein tierisches Fett und kommt somit in Sonnenblumkernöl sowieso nicht vor!.

Augen auf beim Kauf! Werbeaussagen möglichst hinterfragen.

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Konventionelle Dusche: die Konvektion kostet EnergieIn einer normalen Dusche entsteht ein Luftkreislauf: vom Wasser erwärmte Luft strömt nach oben, kalte Luft strömt nach. Wir drehen das Wasser wärmer, um nicht zu frieren.

Da hat der Öko-Kühlschrank-Hersteller Sun Frost eine Idee: wenn man verhindert, dass die schön warme Luft wegströmt, dann braucht man weniger warmes Wasser, um die Dusche erträglich zu halten. Folglich wird in Zukunft in einer geschlossenen Kiste geduscht. Sun-Frosts Lösung: ein Dusch-Kasten der warmes Wasser spartLaut Sun Frost kann man so schon mit ca 30C warmem Wasser eine angenehme Dusche nehmen. Wenn man eine thermische Solaranlage hat, muss man eventuell das Wasser nicht mehr zusätzlich erwärmen! Das spart Strom. Man kommt angeblich auch mit weniger Wasser aus (kann z.B. ein Sparduschkopf einsetzen), weil das Wasser nicht mehr benötigt wird, um den Körper zu wärmen.

Das ist eine Idee aus der Kategorie: Energie und Wasser sparen ohne Komfortverlust! Wahrscheinlich werden die Leute in der Zukunft lachen und sich wundern, warum wir uns ausgerechnet in kaminartigen Duschen waschen mussten.

Quelle und Bilder: Sun Frost, 27.11.07, via ecofriend

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Eine andere Möglichkeit beim Duschen Wasser und Energie zu sparen fand ist die Dampf-Dusche. Statt mit warmem Wasser duscht man in warmem Dampf und spart dabei 90% des Wassers und damit auch der Energie, die zum Erwärmen des Wassers benötigt worden wäre (gefunden auch bei ecofriend). Dabei frage ich mich, ob ich damit auch das Shampoo wieder aus den Haaren herauswaschen kann.