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Wer mehr will als Energie und damit Geld sparen, dem empfehle ich das Buch "Most Good, Least Harm
" von Zoe Weil. Sie beschreibt darin das MOGO-Prinzip, nachdem man die eigenen Entscheidungen daran ausrichten soll, dass sie für die gesamte Welt das Beste sind und den geringsten Schaden anrichten.

Ihr Buch besteht aus drei Teilen, der erste Teil ist eine Einführung und Motivation (warum sollte ich bei meinen Konsumentscheidungen die Umwelt bedenken?). Weil es für uns alle besser ist und wir nicht warten können, bis andere ihr Verhalten ändern.

Der zweite Teil eine Hilfestellung wie man bei Produkten, Lebensmitteln, der Arbeit und der Freizeit vorgehen kann. Dabei werden auch Beispiele aufgezählt und erklärt, wie sehr sich einige Dinge des täglichen Lebens, die wir gedankenlos konsumieren auf die Bedingungen in den Herstellungsländern auswirken.

Im dritten Teil (Getting started) gibt Zoe Weil Tipps wie man die MOGO-Prinzipien im eigenen Leben umsetzen kann.

Die MOGO-Prinzipien sind
:

  • Lerne, beobachte und frage nach.
  • Arbeite an der Verbesserung.
  • Denke neu, benutze wieder, repariere und recycle (Rethink, Reuse, Repair and Recycle) (Die Cradle 2 Cradle Prinzipien).
  • Iss fürs Leben.
  • Verringere Deinen ökologischen Fußabdruck.
  • Verändere die Erziehung.
  • Investiere Dein Geld nach ethischen Gesichtspunkten.
  • Baue Dir Deine Gemeinde auf.
  • Lehre andere.
  • Ziele auf die goldene Mitte.

Matthijs Vogel aus Eindhoven (hier um die Ecke) hat für seine Diplomarbeit eine Möglichkeit erfunden, aus Kaffee-Prütt, Teebeuteln und anderen Lebensmittelresten etwas Brauchbares zu schaffen:

Waste Ware: Teller und Töpfe, die aus organischen Abfällen gepresst, mit einem kompostierbaren Lack lackiert und dann als Serviergeschirr verwendet werden. Am Ende kann das Ganze auf den Kompost. Eine Cradle 2 Cradle Idee, wie sie im Buche steht! (mehr zu Cradle 2 Cradle)

Teller aus Bio-Müll? Den einen oder anderen wird es schütteln. Trotzdem, ich finde Kaffee-Reste sind der am wenigsten ekelige Bio-Müll (ausser wenn er einem neben dem Eimer fällt :-) ). Vogel liefert sogar die Presse und die Formen!

Eine Firma in Amerika nutzt die Reste, die bei der Herstellung von löslichem Bohnenkaffe anfallen, um daraus Kaffee-Briketts zu pressen. Diese brennen schön lange und geben im Kamin einen angenehmen Duft ab.

Man muss nur Ideen haben!

Update (14.6.08): Noch besser ist es, wenn man solche Teller zu Blumentöpfen macht. Wenn die Blumen wachsen, nehmen sie den Topf langsam auf. Wenn es soweit ist, stülpt man einfach einen größeren darüber und braucht nicht mehr umzutopfen. Die Wurzeln werden geschont. Via Greenupgrader

Update 19.11.08: Treehugger stellt eine Reihe von kompostierbaren Tellern vor, die man ganz normal benutzen und dann auf den Komposthaufen werfen kann.

2 Kommentare

Das Newsweek-Magazin (Englisch) hat eine erfrischende Liste der 10 besten Lösungen für unseren Planeten herausgebracht (und sie beginnt nicht mit den üblichen Tipps!).

  1. Cradle 2 Cradle: Müll ist Verschwendung. Alles muss so gestaltet sein, dass es wiederverwendbar ist.
  2. LED-Lampen: Leuchtdioden sind noch besser als Energiesparlampen. Verbrauchen weniger und enthalten keine Gifte mehr (Quecksilber).
  3. Ökologische Golfplätze: Senkt den Wasserverbrauch, den Verbrauch von Pestiziden (in wasserarmen Gebieten sind Golfplätze die größten Verbraucher - wenn es heißt "die Touristen", dann sind Golfplätze gemeint.)
  4. Segel für Schiffe: SkySails sparen Schweröl
  5. Effiziente Solarzellen: billige, biegsame Solarzellen können überall Strom erzeugen (wenn auch zur Zeit nur mit 10% Effizienz)
  6. Climate Counts: Unternehmer ins Boot holen, die bei sich anfangen.
  7. Elektroautos: Ultra leichte Autos mit Hybrid- oder Elektromotoren sparen Sprit. (z.B. Loremo)
  8. Herde für die Massen: Holzverbrauch für Kochfeuer führt in vielen Ländern zu Abholzung und Erosion. Mit Solar-Herden oder Spiritus-Kochern könnte das verhindert werden.
  9. Permakultur: Statt den Weizen jedes Jahr neu zu pflanzen, soll er mehrjährig werden. Das spart Dünger und schont den Boden.
  10. Öko-Produkte für die Massen: Ökologische Produkte dürfen nicht nur den Reichen vorbehalten sein. Firmen sollen in diese Richtung investieren.

Die Liste ist sehr umfangreich. Über den "grünen" Golfplatz auf Platz drei bin ich zwar auch erst gestolpert, insgesamt ergibt es aber Sinn! Man denke an Spanien.