Kinder-Energie als alternative Energie kann für ein paar Millionen Menschen in Afrika den Zugang zu frischem Trinkwasser bedeuten.
Viele Dörfer in Afrika haben keinen Brunnen, nicht weil dort kein Grundwasser ist, sondern weil die Menschen kein Geld für die Energie für die Pumpe haben.
Hier kommt die Kinder-Energie ins Spiel. Auf der Pumpe wird ein Karussel installiert. Während die Kinder auf dem Karussel spielen und es sich im Kreis dreht, wird Wasser gepumpt. Bis zu 1400l pro Stunde!
Man kann die Kinder-Energie als Kinderarbeit bezeichnen, es sieht im Video aber sehr nach Spass aus.
Als nächstes untersuchen wir den Stromverbrauch im Büro. Das interessiert vielleicht nicht nur diejenigen, die zu Hause am Computer arbeiten, sondern auch diejenigen, die es nur in der Freizeit nutzen. Ich habe mir als "Versuchsobjekt" meinen eigenen in Teilzeit genutzten Computer-Arbeitsplatz (insgesamt gibt es zwei Arbeitsplätze) ausgesucht. In einer Steckdosenleiste mit Schalter stecken 6 Geräte:
Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Computer
Monitor
Maus-Ladegerät
Telefon mit Ladegerät
PDA mit Ladegerät
Des weiteren stehen mir weitere 3 Geräte zur Verfügung, die in Einzelsteckdosen stecken:
Mailserver-Computer,
Office-Gerät mit Fax/Drucker/Scanner/Kopierer,
Drucker.
Der Verbrauchstest
Für den Verbrauchstest habe ich ein Messgerät benutzt. Ich habe den Stecker der Steckdosenleiste in das Messgerät gesteckt und dieses wiederum in die Steckdose. Der Schalter der Steckdosenleiste war aus, die Anzeige war am Anfang auf 0 Watt.
Anzeige
Schritt 1:: Der Schalter der Steckdosenleiste wird eingeschaltet. Alle Geräte sind jetzt im Standby und haben zusammen eine Leistungsaufnahme laut Messgerät von 48 Watt. Nach einer Stunde im Standby war der angezeigte Gesamtverbrauch 0,05 kWh (also ca. 50 W in der letzten Stunde).
Schritt 2: Ich nehme im Standby jedes Gerät einzeln aus der Steckdose heraus. Nur drei Geräte ziehen viel Strom im Standby:
Die unterbrechungsfreie Stromversorgung allein verbraucht im Standby 42 Watt pro Stunde (wenn Computer und Monitor daran angeschlossen sind, also im Normalfall: 39 Watt),
nur der Computer 16 Watt pro Stunde,
nur der Monitor 11 Watt
Telefon 4 Watt,
Maus-Ladegerät 5 Watt,
PDA-Ladegerät 0-1 Watt
Bei den Einzelsteckdosengeräten verbraucht nur der Computer 16 Watt/Stunde im Standby, Drucker und Mailserver 0 Watt.
Wenn ich den Schalter der Leiste nach ca. 6-stündigem Benutzen des Computers nicht ausmache (was in der Vergangenheit durchaus passiert ist), verbrauche ich 864 Wh pro Tag zusätzlich (48 Watt * ca. 18 h). Das kostet mich im Jahr 56,77 Euro (0,864 kWh * 0,18 Euro/kWh * 365 Tage).
Standbykosten sind einfach und schnell mit unserem Standbykostenrechner nachzurechnen. Die weiteren Geräte werden nur bei Gebrauch eingeschaltet und im Standby nicht genutzt. Das Office-Gerät wird nur als Scanner/Kopierer und selten genutzt.
Schritt 3: Was verbrauchen die größeren Geräte im Betrieb?
Die unterbrechungsfreie Stromversorgung verbraucht im eingeschalteten Zustand sogar geringfügig weniger, also insgesamt 35 Watt statt 39 Watt im Standby.
Der Computer verbraucht zusätzlich 48 Watt, der Monitor zusätzlich 28 Watt, wenn ich auf einem Linux-Betriebssystem arbeite,
19 Watt mehr, wenn ich auf Windows arbeite,
27 Watt weniger, wenn der Bildschirmschoner an ist.
Ich verbrauche insgesamt ca. 130 Watt/Stunde, wenn der Rechner genutzt wird, bei Nutzen diverser Software auch schon mal mehr.
Der Mailserver verbraucht nach dem Einschalten ca. 50 Watt, später durchschnittlich 40 Watt die Stunde.
Der Drucker hat eine Leistungsaufnahme von 4 Watt im eingeschalteten Zustand und ca. 200 Watt während des Druckens.
Das Office-Gerät verbraucht 20-25 Watt im eingeschalteten Zustand und 32-37 Watt während des Kopierens.
Schritt 4: Was kostet der tägliche durchschnittliche Gebrauch meines Arbeitsplatzes? Gesamtverbrauch nach 24 Stunden Nutzung/Standby/Ausgeschaltet:
930 Wh/Tag für den Computer und den restlichen Geräten der Steckdosenleiste, ca. 450 Watt für den Mailserver.
In dieser Zeit habe ich ca. 6 Stunden den Computer genutzt und
ca. 10 Stunden den Mailserver eingeschaltet (war länger an, weil an dem weiteren Arbeitsplatz noch gearbeitet wurde).
Ich lerne daraus, dass ich 1,38 kWh am Tag in meinem Büro verbrauche.
Kann ich jetzt etwas sparen? Die Geräte sollten natürlich nachts ausgeschaltet oder der Schalter an der Steckdosenleiste auf aus sein, wenn sie nicht genutzt werden. Das habe ich früher nicht gemacht. Ich habe auch gelernt, mehrere Stunden am Stück zu arbeiten und nicht den Rechner ständig auf Standby anzulassen. Nach dieser Kernarbeitszeit wird er samt Leiste mit Schalter ausgemacht und nicht am selben Tag wieder eingeschaltet. Das kann sich natürlich nicht jeder erlauben. Entscheidend ist das Nutzerverhalten, dass meine Arbeitsqualität nicht beeinträchtigt.
Und beim nächsten Gerätekauf schaue ich auf den Stromverbrauch und den Standby-Verbrauch.
Der Wirkungsgrad von Geräten muss verbessert werden: 10-25% Strom-Ersparnis ist möglich.
Die Standby-Kosten sind für manche Geräte höher als die Kosten für den eigentlichen Betrieb: 1-2% Ersparnis ist möglich.
Durch konsequenten Umstieg auf Energiesparlampen könnte 80% des Stroms für Licht gespart werden.
Aufgelistet wird auch, in welchem Bereich Privathaushalte mit ca 25 TWh (Terawattstunden) kräftig beim Sparen helfen könnten: im Bereich von elektrischen Motoren (einen Versuch macht der Wärmepumpenbetreiber, eine Aufzählung aller Elektromotoren in seinem Haushalt zu erhalten), bei der Beleuchtung (gilt auch für Handel und Dienstleistungen) und beim Standby.
Ich habe aus den Zahlen mal eine Grafik gemacht, der äußere Ring gibt die aktuelle Verteilung an, der innere die Verteilung, wenn die Privathaushalte in den drei Bereichen die maximale Ersparnis erreichen würden. Die Industrie wird dem nicht tatenlos zusehen wollen!
Anzeige
Bereich
Verbrauch in TWh jetzt
Verbrauch in TWh möglich
Industrie
240
240
Handel/Dienstleistungen
140
140
Privathaushalte
130
105
Verkehr
16
16
Zum Thema passend habe ich auch eine Umfrage unter 1600 Nutzern des Immoportals Immowelt.de gefunden. Ein drittel der Befragten glauben, dass sie durch sparsameres Verhalten um eine Zuzahlung bei der Strom-Rechnung herumkommen, obwohl die Preise für Strom stark gestiegen sind. (Quelle: Pressemitteilung, 29.1.08)