Haushalt

Laut einem Artikel der Zeit wird Sparen überschätzt. Man bezieht sich dabei auf den Stand-by-Betrieb elektronischer Geräte, die erst mit dem Ziehen des Netzsteckers vollständig abzuschalten sind. Das Umweltbundesamt (UBA) schätzt zwar die jährlichen Leerlaufverluste in Haushalten und Büros auf 22 Milliarden Kilowattstunden, was mit der Produktion von drei Atomkraftwerken und fast vier Milliarden Euro Kosten gleichgesetzt wird.

Da das Umweltbundesamt nicht nur die unnötigen Stand-by-Verluste erfasst, sondern auch die unvermeidlichen, sind die Sparmöglichkeiten an dieser Stelle einzuschränken. Bei vielen Geräten ist der Bereitschaftsdienst unvermeidbar. Dies können elektrische Warmwasserspeicher, Anrufbeantworter, Verteilerstationen drahtloser Netzwerke oder Warmhalteplatten von Espressomaschinen sein. Diese Geräte möchte man vielleicht doch nicht abschalten, ohne an Lebensqualität einzubüßen.

Wichtig ist bei jenen Geräten zu sparen, deren Standby-Zustand verzichtbar ist. Die wirklich überflüssigen Verluste sind Geräte, die abgeschaltet werden könnten, mangels Netzschalter aber auf Stand-by bleiben. Das sind laut VDE ca. drei Milliarden Kilowattstunden jährlich (mittleres Kohlekraftwerk), also erheblich weniger als die vorhin erwähnten 22 Milliarden (3 Atomkraftwerke).

Und da könnte die Politik tatsächlich ansetzen: mit einem Gesetz, das für Elektrogeräte einen echten Ausschalter vorschreibt.

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Eine interessante Studie wurde in Spiegel vorgestellt: wie umweltfreundlich oder -schädlich sind Ökoprodukte vom anderen Ende der Welt?
Wenn wir zu Bio-Äpfeln aus Neuseeland greifen, wurden diese mit dem Schiff einmal um die halbe Welt transportiert. Heimische Bio-Äpfel wurden hingegen einige Monate im Kühlhaus gelagert.

Die Studie von Michael Blanke, Obstforscher an der Universität Bonn, ergibt überraschendes. Der Bio-Apfel aus Neuseeland hat nur etwa ein drittel mehr CO2 verbraucht, als ein heimischer, der gekühlt wurde!

1. Wir brauchen uns also nicht grämen, wenn wir zu Fernbioobst greifen.
2. Wenn wir wirklich ökologisch kaufen wollen, hilft nur der Griff zu dem Obst, das gerade hierzulande reif ist. (Der Reifekalender von Brigitte.de zeigt, wann man welches Obst am besten kauft.)

Update 20.6.08: Der Spiegel setzt noch einen drauf und behauptet, dass es alleine auf die Größe des produzierenden Betreibs ankommt. Je größer, desto effizienter (also energiesparender) ist der Transport der Äpfel. Und den Transport vom Feld zum Kühlhaus zum Verbraucher haben sie in dieser Studie als größten Energiefresser ausgemacht. Also wenn lokal, dann vom größten Anbieter?

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Uns droht eine drastische Erhöhung der Strompreise.

Am Sonntag den 10.6. ging es durch den Blätterwald: stern.de, handelsblatt.com und weitere berichteten unter Berufung auf verivox und Euro am Sonntag:

67 Versorger haben Erhöhungen angekündigt, weil die Bundesverordnung Elektrizität ausläuft. Im Klartext: die Preise werde erhöht, weil die Versorger das nun dürfen.

Wenn man einen funktionierenden Markt zugrunde legen dürfte, wäre das kein Problem, schließlich sorgen funktionierende Märkte dafür, dass ein angemessener Preis gefunden wird.

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Doch dass die Liberalisierung unseres Energiemarkts noch nicht abgeschlossen ist, merkt man an solchen Aktionen.

Frage dabei: wieviel Strom muss ich sparen, damit ich eine 30% Erhöhung ausgleiche? Ich darf nur noch 77% des alten Stromverbrauchs haben, um monatlich die gleiche Rechnung zu erhalten. Alleine mit Energiesparlampen geht's wohl nicht.