Serie

Serien zu einem bestimmten Thema werden hier abgelegt.

Energiespar-Wettbewerb: ein weiterer praktischer Verbrauchstest im Büro

Im Rahmen des Energiespar-Wettbewerbs geht es weiter mit unserer Wohnungsbegehung:

  1. Januar - Wohnzimmer:
  2. Februar - Büro:

Wohnungsbegehung im Februar II

Der erste in Teilzeit genutzte Arbeitsplatz im Büro ergab einen Stromverbrauch von 1,38 kWh/Tag. Der zweite Arbeitsplatz wird ca. 10 Stunden/Tag über die Woche gemittelt genutzt und verfügt notwendigerweise über einen leistungsfähigeren Rechner (4200er AMD-Prozessor). In einer Steckdosenleiste mit Schalter stecken folgende Geräte:

  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • Computer
  • Monitor
  • Maus-Ladegerät
  • Backup-Server
  • Fritzbox
  • Telefon mit Ladegerät

Des weiteren stehen 2 weitere Geräte zur Verfügung, die in Einzelsteckdosen stecken:

  • Farblaser-Officegerät mit Fax/Drucker/Scanner/Kopierer
  • Laptop

Der Verbrauchstest

Für den Verbrauchstest habe ich ein Messgerät benutzt. Ich habe den Stecker der Steckdosenleiste in das Messgerät gesteckt und dieses wiederum in die Steckdose. Der Schalter der Steckdosenleiste war aus, die Anzeige war am Anfang auf 0 Watt.

Anzeige
  • Schritt 1:: Der Schalter der Steckdosenleiste wird eingeschaltet. Alle Geräte sind jetzt im Standby und haben zusammen eine Leistungsaufnahme laut Messgerät von 33 Watt. Nach einer Stunde im Standby war der angezeigte Gesamtverbrauch 0,03 kWh (also ca. 30 W in der letzten Stunde).
  • Schritt 2: Ich nehme im Standby jedes Gerät einzeln aus der Steckdose heraus. Nur fünf Geräte ziehen viel Strom im Standby:
    • Die unterbrechungsfreie Stromversorgung allein verbraucht im Standby 30 Watt pro Stunde (wenn Computer und Monitor daran angeschlossen sind, also im Normalfall: 25 Watt),
    • nur der Computer 11 Watt pro Stunde,
    • nur der Monitor 4 Watt
    • Backup-Server 4 Watt,
    • Fritzbox 6 Watt

    Bei den Einzelsteckdosengeräten verbraucht das Farblaser-Officegerät 0 Watt, wenn der Schalter aus ist und es verbraucht 27 Watt/Stunde im eingeschalteten Wartezustand, der Laptop 4 Watt/Stunde im vollgeladenen Zustand und am Netz steckend und 29 Watt/Stunde, wenn der Akku geladen wird. Ein vollständiger Ladevorgang des ausgeschalteten Laptops dauert ca. eine halbe Stunde und kostet 14 Watt.

    Die Steckdosenleiste wird nachts wegen diverser Geräte, die immer an sein sollen, nicht ausgeschaltet. Hier wäre es sinnvoll die Geräte in ständigem Gebrauch von denen zu trennen, die ausgeschaltet werden dürfen, und letztere allein an eine Steckdose mit Schalter anzuschließen, die nachts ausgeschaltet wird. Dazu empfiehlt es sich mit dem Standbykostenrechner nachzurechnen, welche Standbykosten dabei gespart werden können.

    Das Office-Gerät wird nur bei Gebrauch eingeschaltet. Der Laptop steckt nicht in der Steckdose, wenn er fertig aufgeladen ist.

  • Schritt 3: Was verbrauchen die größeren Geräte im Betrieb?
    • Die unterbrechungsfreie Stromversorgung verbraucht im eingeschalteten Zustand 28-30 Watt/Stunde.
    • Der Computer verbraucht zusätzlich 130 Watt mit einem Linux-Betriebssystem, der Monitor zusätzlich 30 Watt,
    • Ich verbrauche insgesamt ca. 194 Watt/Stunde, wenn der Rechner ohne Backup-Server genutzt wird, bei Benutzen diverser Software auch schon mal mehr (z.B. Datensicherung 20 Watt mehr).
    • Der Backup-Server verbraucht nach dem Einschalten ca. 49 Watt/Stunde (10 Watt/Festplatte bei 4 Festplatten plus 9Watt für die Steuerung).
    • Das Office-Gerät nimmt 27 Watt im Wartezustand und 800-1200 Watt während des Kopierens oder Druckens an Leistung auf. Für 3 Farbkopien hat er zusammen ca. 10 Watt gebraucht.
    • Der Laptop hat eine Leistungsaufnahme von 32 Watt, wenn er eingeschaltet ist, 39 Watt bei Nutzen eines Internetbrowsers oder Mailtools, 44 Watt beim Senden einer Mail oder Nutzung weiterer Software.
  • Schritt 4: Was kostet der tägliche durchschnittliche Gebrauch dieses Arbeitsplatzes? Gesamtverbrauch nach 7 Tagen Nutzung/Standby/Ausgeschaltet:
    • 17,9 kWh/Woche (also 2,56 kWh/Tag) für den Computer und die restlichen Geräte der Steckdosenleiste und für das Office-Gerät
    • In dieser Zeit wurden ca. 10 Stunden/Tag der Computer genutzt und
    • ca. 5 Stunden war das Office-Gerät an und wurde gelegentlich zum Drucken und Kopieren genutzt.

Ich lerne daraus, dass wir für einen größeren und länger genutzten Arbeitsplatz 2,56 kWh am Tag im Büro verbrauchen.

Kann ich jetzt etwas sparen? Die Geräte, die nachts nicht gebraucht werden, sollten in einer Steckdosenleiste mit Schalter stecken, der aus ist wenn sie nicht genutzt werden.

Wir haben auch gelernt, nur mit dem Laptop zu arbeiten, wenn die unterbrechungsfreie Stromversorgung und der Backup-Server nicht genutzt werden müssen, z.B. wenn im Internet gesurft wird oder Mails gelesen/geschrieben werden. In dieser Zeit ist der "normale" Rechner auch nicht eingeschaltet.

Meine Arbeitsprozesse haben sich dadurch geringfügig geändert. Die Arbeit wird genauer eingeteilt, ohne dass der normale Arbeitsablauf eingeschränkt wird. Zuerst die Arbeiten nur mit Laptop, dann die Arbeiten mit prozessorintensiver Software und mit Daten, die während der Arbeit nicht verloren gehen dürfen, also mit Rechner samt unterbrechungsfreier Stromversorgung und Backup-Server.

In diesem Sinne: Schauen Sie, an welcher Stelle Sie Ihre Arbeitsprozesse verändern können, um Strom zu sparen. Und schreiben Sie mir darüber!

3 Kommentare

Die Kunst des Energiesparens beim Hausbau liegt in der Betrachtung des Gesamtkonzeptes.

Schaut man ausschließlich auf die Haus- und Heiztechnik, vernachlässigt aber den Wärmeschutz, die Luftdichtigkeit des Hauses oder gar die Stromverbraucher, hinkt das System.
Denn das schwächste Glied entscheidet beim Energieeinsparen.

Und wenn wir bislang über das Heizen eines Hauses gesprochen haben, was wird in unser wärmer werdenden Jahreszeiten gefragt sein? Kühlung.

Und man darf nicht außer Sicht lassen, dass der Bau eines Hauses sehr viele Aspekte vereinen sollte und Normen und Gesetzen entsprechen muss.

Anzeige
  • Bauphysikalisch sind dies der Wärme- und Feuchteschutz, der Brandschutz und der Schallschutz.
  • Statische Vorgaben, die Architektur, Wertbeständigkeit sind weitere Themen.
  • Eine gute Wohnqualität ist aktueller denn je, weil das Bauen in Deutschland immer mehr mit einer angenehmen Lebensqualität verbunden wird.
  • Abgerundet wird das alles von den individuellen Wünschen und Ideen der Baufamilien, die mit konkreten Baubudgetvorgaben planen wollen/müssen und letzten Endes maßgeblich vom Wohnverhalten nach Einzug.

holzhaus4u Logo

All diese Themen gehören mit in die Betrachtung, wenn man konsequent Energie sparen möchte und können aktiv von Ihnen bereits ab Bauwunsch beeinflusst werden.

Es liegt an Ihnen, was Sie daraus machen und worauf Sie den Fokus setzen!

Aber wie soll man nun dieses komplexe Thema in den Griff bekommen?

Beim nächsten Mal verschaffen wir uns einen Überblick und gehen dann themenbezogen in die Tiefe.

Bis dahin wünsche ich eine gute Zeit, Tanja D.

Dieser Beitrag führt unsere Serie zu Cradle 2 Cradle (Einfach intelligent produzieren) weiter.

Der 2. Schritt hin zum intelligenten Produkt ist die Öko-Effektivität. Im 1. Schritt haben wir gezeigt, dass das Sparen von schädlichen Stoffen allein nicht in die richtige Richtung führt. Statt dessen wird die Öko-Effektivität vorgeschlagen.

Das vorgestellte Buch in der englischen Version zeigt, wie ein öko-effektives Produkt aussehen sollte. Statt aus Papier ist es aus Polymeren, die ohne Qualitätseinbußen beliebig oft wiederverwendet werden können, die Farbe kann abgewaschen und auch als Farbe wiederverwendet werden.

Anzeige

Durch das ganze Buch zieht sich das Bild des Kirschbaums, der nicht an Blüten spart, sondern im Gegenteil sehr verschwenderisch damit umgeht. Die Blütenblätter werden zur Nahrung für die nächste Generation und alles andere, das in der Nähe wächst.

Wie kann man also die Idee des Kirschbaums, Überfluss zu erzeugen, der als Nahrung dient, weiter verfolgen?

Ein Gebäude nach der alten Denkweise sieht so aus:

  • Es ist luftdicht (spart Heizung und Klima-Energie).
  • Es hat dunkel gefärbtes Glas (spart Klima-Energie).

Das öko-effektive Gebäude sieht so aus:

  • Tagsüber strömt Licht herein (spart künstliche Beleuchtung).
  • Nachts wird das Gebäude mit Luft von draußen gekühlt (spart an der Klimaanlage - man merkt den Standort der Autoren im warmen Kalifornien).
  • Auf dem Dach wachsen heimische Gräser und schützen die Oberfläche vor Korrosion und Wärme, sammeln Regenwasser.

Gerne glaubt man den Autoren, dass die Mitarbeiter in diesem Gebäude gerne zur Arbeit gehen! Dabei hat das Gebäude 10% mehr gekostet als ein konventionell geplantes Fabrikgebäude. Die Unternehmer wurden durch Produktivitätszuwächse ihrer Mitarbeiter belohnt. Die Fluktuation hat stark abgenommen. Beides macht die Mehrkosten für den Bau wieder wett.

Radikales Umdenken

Wenn man mit öko-effektivem Denken anfängt, so die Autoren,

"sind nicht die Lösungen an sich radikal, sondern der Perspektivenwechsel".

Beispiel Waldwirtschaft

Über eine öko-effektive Art, Wald zu bewirtschaften, berichtet das Buch:

Menominee-Indianer in Wisconsin handeln mit Holz aus ihren Wäldern. Statt Kahlschlag zu betreiben, wie in Amerika üblich, fällen sie oft nur die schwächeren Bäume und lassen die starken Mutterbäume sowie genug vom Laubdach stehen, so dass Eichhörnchen und andere Baumbewohner dort weiterhin leben können.

Mit Erfolg: die Holzmenge im Reservat ist in den letzten Jahren sogar gestiegen!

Neue Designaufgaben

Das Kapitel über Öko-Effektivität endet mit neuen Designaufgaben:

  • Gebäude bauen wie Bäume, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen und ihr eigenes Abwasser reinigen.
  • Fabriken gestalten, die Abwässer in Trinkwasserqualität freisetzen.
  • Produkte erfinden, die nach dem Ende ihrer nützlichen Verwendung nicht nutzloser Abfall werden, sondern einfach am Boden verrotten oder als hochwertige Rohstoffe wieder in den industriellen Kreislauf eingehen können.
  • Transportmittel schaffen, die die Lebensqualität erhöhen, während sie Güter und Dienstleisungen liefern.
  • Eine Welt des Überflusses und nicht der Begrenzugen, der Verschmutzung und des Abfalls schaffen.

Bisherige Artikel in der Serie auf unserer Seite Serien.