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Die Energiekosten steigen! Anfang 2002 kosteten 3.000 Liter (33.450 kWh) Heizöl noch rund 1.080,- €; im September 2005 bis zu 2.250,- € (33.450 kWh Erdgas bis zu 2.146,- €). Das entspricht einer Preissteigerung von über 100 % in drei Jahren - Tendenz steigend!

Stellen Sie sich nun vor, wie hoch Ihre Heizkostenrechnung in 10 Jahren sein wird!

Der Verbrauch eines Autos wird in Liter/100 km angegeben; bei Gebäuden gibt man den Energieverbrauch in kWh pro m² Wohnfläche und Jahr an. Ein Liter Heizöl oder ein Kubikmeter Erdgas entsprechen etwa 11 kWh.
Beispiel: Ein vor 1980 errichtetes Einfamilienhaus verbraucht ca. 300 kWh/m²/Jahr; ein marktüblich gedämmtes Einfamilienhaus mit moderner Heiztechnik (etwa ab Baujahr 1998) verbraucht ca. 100 kWh/m²/Jahr. Dieser Wert ist bei fast allen Gebäudetypen und Baujahren erreichbar und mit besonderen Maßnahmen auch noch zu unterschreiten.

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Rechnen Sie selbst! Liegt Ihr Energiekennwert über 150, dürfte sich eine Sanierung lohnen.

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Liegt Ihr Haus noch im "grünen Bereich"? Herzlichen Glückwunsch! Geht die Skala Ihres Energiekennwertes schon in Richtung "Rot"? Dann sollten Sie mit einer Gebäudeenergieberaterin einen Gesprächstermin vereinbaren. Sie erhalten ein ausführliches Gutachten über den energetischen Zustand Ihres Hauses mit Modernisierungsvorschlägen, Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung sowie Finanzierungsmöglichkeiten.
Warten Sie nicht allzu lange! Sie heizen im wahrsten Sinne des Wortes Ihr Geld zum Fenster und zum Schornstein hinaus.

Bei umfassenden Sanierungen ist mehr als ein Handwerker gefordert. Als Gebäudeenergieberaterin übernehme ich die zentrale Koordination der benötigten Betriebe.

Energiespar-Wettbewerb: ein praktischer Verbrauchstest im Büro

Im Rahmen des Energiespar-Wettbewerbs verfolgen wir weiter unsere Wohnungsbegehung, bei der wir im Januar mit dem Wohnzimmer gestartet sind:

Wohnungsbegehung im Februar

Als nächstes untersuchen wir den Stromverbrauch im Büro. Das interessiert vielleicht nicht nur diejenigen, die zu Hause am Computer arbeiten, sondern auch diejenigen, die es nur in der Freizeit nutzen. Ich habe mir als "Versuchsobjekt" meinen eigenen in Teilzeit genutzten Computer-Arbeitsplatz (insgesamt gibt es zwei Arbeitsplätze) ausgesucht. In einer Steckdosenleiste mit Schalter stecken 6 Geräte:

  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • Computer
  • Monitor
  • Maus-Ladegerät
  • Telefon mit Ladegerät
  • PDA mit Ladegerät

Des weiteren stehen mir weitere 3 Geräte zur Verfügung, die in Einzelsteckdosen stecken:

  • Mailserver-Computer,
  • Office-Gerät mit Fax/Drucker/Scanner/Kopierer,
  • Drucker.

Der Verbrauchstest

Für den Verbrauchstest habe ich ein Messgerät benutzt. Ich habe den Stecker der Steckdosenleiste in das Messgerät gesteckt und dieses wiederum in die Steckdose. Der Schalter der Steckdosenleiste war aus, die Anzeige war am Anfang auf 0 Watt.

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  • Schritt 1:: Der Schalter der Steckdosenleiste wird eingeschaltet. Alle Geräte sind jetzt im Standby und haben zusammen eine Leistungsaufnahme laut Messgerät von 48 Watt. Nach einer Stunde im Standby war der angezeigte Gesamtverbrauch 0,05 kWh (also ca. 50 W in der letzten Stunde).
  • Schritt 2: Ich nehme im Standby jedes Gerät einzeln aus der Steckdose heraus. Nur drei Geräte ziehen viel Strom im Standby:
    • Die unterbrechungsfreie Stromversorgung allein verbraucht im Standby 42 Watt pro Stunde (wenn Computer und Monitor daran angeschlossen sind, also im Normalfall: 39 Watt),
    • nur der Computer 16 Watt pro Stunde,
    • nur der Monitor 11 Watt
    • Telefon 4 Watt,
    • Maus-Ladegerät 5 Watt,
    • PDA-Ladegerät 0-1 Watt

    Bei den Einzelsteckdosengeräten verbraucht nur der Computer 16 Watt/Stunde im Standby, Drucker und Mailserver 0 Watt.

    Wenn ich den Schalter der Leiste nach ca. 6-stündigem Benutzen des Computers nicht ausmache (was in der Vergangenheit durchaus passiert ist), verbrauche ich 864 Wh pro Tag zusätzlich (48 Watt * ca. 18 h). Das kostet mich im Jahr 56,77 Euro (0,864 kWh * 0,18 Euro/kWh * 365 Tage).

    Standbykosten sind einfach und schnell mit unserem Standbykostenrechner nachzurechnen. Die weiteren Geräte werden nur bei Gebrauch eingeschaltet und im Standby nicht genutzt. Das Office-Gerät wird nur als Scanner/Kopierer und selten genutzt.

  • Schritt 3: Was verbrauchen die größeren Geräte im Betrieb?
    • Die unterbrechungsfreie Stromversorgung verbraucht im eingeschalteten Zustand sogar geringfügig weniger, also insgesamt 35 Watt statt 39 Watt im Standby.
    • Der Computer verbraucht zusätzlich 48 Watt, der Monitor zusätzlich 28 Watt, wenn ich auf einem Linux-Betriebssystem arbeite,
    • 19 Watt mehr, wenn ich auf Windows arbeite,
    • 27 Watt weniger, wenn der Bildschirmschoner an ist.
    • Ich verbrauche insgesamt ca. 130 Watt/Stunde, wenn der Rechner genutzt wird, bei Nutzen diverser Software auch schon mal mehr.
    • Der Mailserver verbraucht nach dem Einschalten ca. 50 Watt, später durchschnittlich 40 Watt die Stunde.
    • Der Drucker hat eine Leistungsaufnahme von 4 Watt im eingeschalteten Zustand und ca. 200 Watt während des Druckens.
    • Das Office-Gerät verbraucht 20-25 Watt im eingeschalteten Zustand und 32-37 Watt während des Kopierens.
  • Schritt 4: Was kostet der tägliche durchschnittliche Gebrauch meines Arbeitsplatzes? Gesamtverbrauch nach 24 Stunden Nutzung/Standby/Ausgeschaltet:
    • 930 Wh/Tag für den Computer und den restlichen Geräten der Steckdosenleiste, ca. 450 Watt für den Mailserver.
    • In dieser Zeit habe ich ca. 6 Stunden den Computer genutzt und
    • ca. 10 Stunden den Mailserver eingeschaltet (war länger an, weil an dem weiteren Arbeitsplatz noch gearbeitet wurde).

Ich lerne daraus, dass ich 1,38 kWh am Tag in meinem Büro verbrauche.

Kann ich jetzt etwas sparen? Die Geräte sollten natürlich nachts ausgeschaltet oder der Schalter an der Steckdosenleiste auf aus sein, wenn sie nicht genutzt werden. Das habe ich früher nicht gemacht. Ich habe auch gelernt, mehrere Stunden am Stück zu arbeiten und nicht den Rechner ständig auf Standby anzulassen. Nach dieser Kernarbeitszeit wird er samt Leiste mit Schalter ausgemacht und nicht am selben Tag wieder eingeschaltet. Das kann sich natürlich nicht jeder erlauben. Entscheidend ist das Nutzerverhalten, dass meine Arbeitsqualität nicht beeinträchtigt.

Und beim nächsten Gerätekauf schaue ich auf den Stromverbrauch und den Standby-Verbrauch.

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Warum kann und sollte man überhaupt beim Hausbau an Energiesparen denken?
Zum einen spielt der Umweltschutz hinsichtlich der Luftverunreinigung eine große Rolle, der schonende Umgang mit knapper werdenden Ressourcen, und nicht zuletzt sparen Sie mit einem gut geplanten und gebauten Haus auch langfristig Energiekosten oder nutzen schon günstigere Kredite, die das Energiesparen belohnen.

Wenn man die deutschen CO2 Bilanzen von 1996 mit 2005 vergleicht, fällt auf, dass sich der Ausstoß an CO2 von ca. 940 auf ca. 865 Millionen Tonnen verringert hat. (DIW) Dieser Trend der Umweltschonung soll in Zukunft noch deutlicher voranschreiten.

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Wie steht der Hausbau dazu in Beziehung?

Vergleicht man die CO2 Verursacher im Jahr 2004 kommt man auf folgende Aufteilung:
Durch unvermeidbare Emissionen (z.B. bei der Produktion von Kalk, Zementklinker) werden 9% ausgestoßen, 43,2 % werden in Kraft-/Fernheizwerken erzeugt und 18,9% im Verkehr. Der Industrie- und Gewerbezweig hat sich auf 15,8% verbessert und 13,1% gehen auf das Konto der privaten Haushalte. (DIW)

Vergleicht man nun den Endenergieverbrauch unter diesen Verbrauchssektoren fallen 30% auf die privaten Haushalte, 26% auf die Industrie, 30% auf den Verkehr und 14% auf Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. (Architektur und Energie „Planen und Bauen mit PUR- Hartschaum nach EnEV“, 02/2002)

Wenn 30% des Endenergieverbrauches auf die privaten Haushalte entfallen, macht es Sinn, sich diesen Bereich genauer anzuschauen. Deutlich zu Buche schlägt hier der Energieeinsatz für die Heizung mit 78%, für die Warmwasseraufbereitung mit 11%, für die Beleuchtung mit 1% und für Haushaltsgeräte/Kommunikation mit 10%. (lt. ASUE) Als „Endenergie“ wird hier der Fokus oft auf die verbrauchte Sekundärenergie gelegt und nicht auf die Primärenergie, die im Falle der Heizung deutlich besser und bei den Elektro-abhängigen Verbrauchern schlechter ausfällt.

Primärenergie sind erneuerbare Energien wie z.B. Sonnenstrahlung, Biomasse, Wasser- und Windkraft und Gezeiten. Daneben gibt es die endlichen Energien wie u.a. Kohle, Erdöl, -gas und Uran.

Sekundärenergie entsteht durch mindestens eine Umwandlung und ist in erster Linie Elektrizität, aber auch Stadtgas und Reaktorwärme.

Nachdem Sie nun den globalen Zusammenhang in vier Absätzen gelesen haben, bleibt die Frage: Wie kann ich Energie sparen?

Genau diesem Thema gehen wir in zwei Wochen nach...