Die Kunst des Energiesparens beim Hausbau liegt in der Betrachtung des Gesamtkonzeptes.
Schaut man ausschließlich auf die Haus- und Heiztechnik, vernachlässigt aber den Wärmeschutz, die Luftdichtigkeit des Hauses oder gar die Stromverbraucher, hinkt das System. Denn das schwächste Glied entscheidet beim Energieeinsparen.
Und wenn wir bislang über das Heizen eines Hauses gesprochen haben, was wird in unser wärmer werdenden Jahreszeiten gefragt sein? Kühlung.
Und man darf nicht außer Sicht lassen, dass der Bau eines Hauses sehr viele Aspekte vereinen sollte und Normen und Gesetzen entsprechen muss.
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Bauphysikalisch sind dies der Wärme- und Feuchteschutz, der Brandschutz und der Schallschutz.
Statische Vorgaben, die Architektur, Wertbeständigkeit sind weitere Themen.
Eine gute Wohnqualität ist aktueller denn je, weil das Bauen in Deutschland immer mehr mit einer angenehmen Lebensqualität verbunden wird.
Abgerundet wird das alles von den individuellen Wünschen und Ideen der Baufamilien, die mit konkreten Baubudgetvorgaben planen wollen/müssen und letzten Endes maßgeblich vom Wohnverhalten nach Einzug.
All diese Themen gehören mit in die Betrachtung, wenn man konsequent Energie sparen möchte und können aktiv von Ihnen bereits ab Bauwunsch beeinflusst werden.
Es liegt an Ihnen, was Sie daraus machen und worauf Sie den Fokus setzen!
Aber wie soll man nun dieses komplexe Thema in den Griff bekommen?
Beim nächsten Mal verschaffen wir uns einen Überblick und gehen dann themenbezogen in die Tiefe.
Die Energiekosten steigen! Anfang 2002 kosteten 3.000 Liter (33.450 kWh) Heizöl noch rund 1.080,- €; im September 2005 bis zu 2.250,- € (33.450 kWh Erdgas bis zu 2.146,- €). Das entspricht einer Preissteigerung von über 100 % in drei Jahren - Tendenz steigend!
Stellen Sie sich nun vor, wie hoch Ihre Heizkostenrechnung in 10 Jahren sein wird!
Der Verbrauch eines Autos wird in Liter/100 km angegeben; bei Gebäuden gibt man den Energieverbrauch in kWh pro m² Wohnfläche und Jahr an. Ein Liter Heizöl oder ein Kubikmeter Erdgas entsprechen etwa 11 kWh. Beispiel: Ein vor 1980 errichtetes Einfamilienhaus verbraucht ca. 300 kWh/m²/Jahr; ein marktüblich gedämmtes Einfamilienhaus mit moderner Heiztechnik (etwa ab Baujahr 1998) verbraucht ca. 100 kWh/m²/Jahr. Dieser Wert ist bei fast allen Gebäudetypen und Baujahren erreichbar und mit besonderen Maßnahmen auch noch zu unterschreiten.
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Rechnen Sie selbst! Liegt Ihr Energiekennwert über 150, dürfte sich eine Sanierung lohnen.
Liegt Ihr Haus noch im "grünen Bereich"? Herzlichen Glückwunsch! Geht die Skala Ihres Energiekennwertes schon in Richtung "Rot"? Dann sollten Sie mit einer Gebäudeenergieberaterin einen Gesprächstermin vereinbaren. Sie erhalten ein ausführliches Gutachten über den energetischen Zustand Ihres Hauses mit Modernisierungsvorschlägen, Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Warten Sie nicht allzu lange! Sie heizen im wahrsten Sinne des Wortes Ihr Geld zum Fenster und zum Schornstein hinaus.
Bei umfassenden Sanierungen ist mehr als ein Handwerker gefordert. Als Gebäudeenergieberaterin übernehme ich die zentrale Koordination der benötigten Betriebe.
Als nächstes untersuchen wir den Stromverbrauch im Büro. Das interessiert vielleicht nicht nur diejenigen, die zu Hause am Computer arbeiten, sondern auch diejenigen, die es nur in der Freizeit nutzen. Ich habe mir als "Versuchsobjekt" meinen eigenen in Teilzeit genutzten Computer-Arbeitsplatz (insgesamt gibt es zwei Arbeitsplätze) ausgesucht. In einer Steckdosenleiste mit Schalter stecken 6 Geräte:
Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Computer
Monitor
Maus-Ladegerät
Telefon mit Ladegerät
PDA mit Ladegerät
Des weiteren stehen mir weitere 3 Geräte zur Verfügung, die in Einzelsteckdosen stecken:
Mailserver-Computer,
Office-Gerät mit Fax/Drucker/Scanner/Kopierer,
Drucker.
Der Verbrauchstest
Für den Verbrauchstest habe ich ein Messgerät benutzt. Ich habe den Stecker der Steckdosenleiste in das Messgerät gesteckt und dieses wiederum in die Steckdose. Der Schalter der Steckdosenleiste war aus, die Anzeige war am Anfang auf 0 Watt.
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Schritt 1:: Der Schalter der Steckdosenleiste wird eingeschaltet. Alle Geräte sind jetzt im Standby und haben zusammen eine Leistungsaufnahme laut Messgerät von 48 Watt. Nach einer Stunde im Standby war der angezeigte Gesamtverbrauch 0,05 kWh (also ca. 50 W in der letzten Stunde).
Schritt 2: Ich nehme im Standby jedes Gerät einzeln aus der Steckdose heraus. Nur drei Geräte ziehen viel Strom im Standby:
Die unterbrechungsfreie Stromversorgung allein verbraucht im Standby 42 Watt pro Stunde (wenn Computer und Monitor daran angeschlossen sind, also im Normalfall: 39 Watt),
nur der Computer 16 Watt pro Stunde,
nur der Monitor 11 Watt
Telefon 4 Watt,
Maus-Ladegerät 5 Watt,
PDA-Ladegerät 0-1 Watt
Bei den Einzelsteckdosengeräten verbraucht nur der Computer 16 Watt/Stunde im Standby, Drucker und Mailserver 0 Watt.
Wenn ich den Schalter der Leiste nach ca. 6-stündigem Benutzen des Computers nicht ausmache (was in der Vergangenheit durchaus passiert ist), verbrauche ich 864 Wh pro Tag zusätzlich (48 Watt * ca. 18 h). Das kostet mich im Jahr 56,77 Euro (0,864 kWh * 0,18 Euro/kWh * 365 Tage).
Standbykosten sind einfach und schnell mit unserem Standbykostenrechner nachzurechnen. Die weiteren Geräte werden nur bei Gebrauch eingeschaltet und im Standby nicht genutzt. Das Office-Gerät wird nur als Scanner/Kopierer und selten genutzt.
Schritt 3: Was verbrauchen die größeren Geräte im Betrieb?
Die unterbrechungsfreie Stromversorgung verbraucht im eingeschalteten Zustand sogar geringfügig weniger, also insgesamt 35 Watt statt 39 Watt im Standby.
Der Computer verbraucht zusätzlich 48 Watt, der Monitor zusätzlich 28 Watt, wenn ich auf einem Linux-Betriebssystem arbeite,
19 Watt mehr, wenn ich auf Windows arbeite,
27 Watt weniger, wenn der Bildschirmschoner an ist.
Ich verbrauche insgesamt ca. 130 Watt/Stunde, wenn der Rechner genutzt wird, bei Nutzen diverser Software auch schon mal mehr.
Der Mailserver verbraucht nach dem Einschalten ca. 50 Watt, später durchschnittlich 40 Watt die Stunde.
Der Drucker hat eine Leistungsaufnahme von 4 Watt im eingeschalteten Zustand und ca. 200 Watt während des Druckens.
Das Office-Gerät verbraucht 20-25 Watt im eingeschalteten Zustand und 32-37 Watt während des Kopierens.
Schritt 4: Was kostet der tägliche durchschnittliche Gebrauch meines Arbeitsplatzes? Gesamtverbrauch nach 24 Stunden Nutzung/Standby/Ausgeschaltet:
930 Wh/Tag für den Computer und den restlichen Geräten der Steckdosenleiste, ca. 450 Watt für den Mailserver.
In dieser Zeit habe ich ca. 6 Stunden den Computer genutzt und
ca. 10 Stunden den Mailserver eingeschaltet (war länger an, weil an dem weiteren Arbeitsplatz noch gearbeitet wurde).
Ich lerne daraus, dass ich 1,38 kWh am Tag in meinem Büro verbrauche.
Kann ich jetzt etwas sparen? Die Geräte sollten natürlich nachts ausgeschaltet oder der Schalter an der Steckdosenleiste auf aus sein, wenn sie nicht genutzt werden. Das habe ich früher nicht gemacht. Ich habe auch gelernt, mehrere Stunden am Stück zu arbeiten und nicht den Rechner ständig auf Standby anzulassen. Nach dieser Kernarbeitszeit wird er samt Leiste mit Schalter ausgemacht und nicht am selben Tag wieder eingeschaltet. Das kann sich natürlich nicht jeder erlauben. Entscheidend ist das Nutzerverhalten, dass meine Arbeitsqualität nicht beeinträchtigt.
Und beim nächsten Gerätekauf schaue ich auf den Stromverbrauch und den Standby-Verbrauch.