Schlagwort-Archive: Stromverbrauch

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Uns erreichen immer wieder Fragen, welche Elektrogeräte im Vergleich mehr Energie sparen. Heute handelt es sich um folgenden geschilderten Fall der alternativen Benutzung eines Ofens oder Toasters, welches wir durchrechnen:

Szenario
Eine Leserin will ihre Mitbewohnerin davon überzeugen, dass das Toasten von zwei tiefgefrorenen Toastscheiben oder von zwei kleinen Vollkornbrötchen in einem uralten E-Ofen Energieverschwendung ist. Ein Toaster mit Brötchenaufsatz, in den zudem zwei Brotscheiben nebeneinander passen, steht in der Küche zur Verfügung.

Für das Toasten wird der Ofen für etwa 15 Minuten auf 100°C geheizt wird. Danach sind die Toast/Brötchen in der Regel aufgebacken. Wieviel Strom verbraucht dieser Vorgang? Im Toaster würden die Brötchen/Toastscheiben nur etwa 3 Minuten rösten! Hat der Toaster eine geringeren Stromverbrauch?

Berechnung
Wir berechnen, was uns auf Anhieb logisch erscheint. Für das Berechnen benötigt man die Leistungsaufnahme des Ofens und des Toasters. Mein alter Ofen trägt ein Schildchen mit 8,3 kW. Das heißt, er würde in der Stunde 8,3 kWh verbrauchen, wenn er ständig heizen müsste. Tut er aber nicht, weil bei Erreichen der gewünschten Temperatur, der Ofen nicht mehr ständig heizt, sondern nur wenn nach Heizpausen die Temperatur tatsächlich unter der gewünschten gesunken ist.

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Im geschilderten Fall (15 Minuten) würde mein Ofen “nur” 12 Minuten tatsächlich heizen (ein Fünftel Stunde). Für den Verbrauch bedeutet das 8,3kWh:5=1,66kWh. Mein Toaster (800 Watt) würde nur 0,8kWh:60min*3min=0,04kWh für das Toasten verbrauchen.

Energiesparbilanz und CO2-Ausstoß
1,62 kWh beträgt die eingesparte Energie, wenn ich den Toaster statt des Ofens zum Toasten benutze. Bezogen auf den vom Umweltbundesamt veröffentlichten deutschen Energiemix 2010 mit ca. 563 g CO2/kWh erzeugter Energie spare ich jeden Tag 0,912 kg CO2.

Geldsparbilanz
Bei einem Preis von 22 Cent/kWh sind das 35,64 Cent, die man jeden Tag verschleudert. Im Jahr wären das 130 Euro.

Wenn Sie Fragen zum Energiesparen haben, senden Sie uns eine E-Mail. Wir versuchen, Ihre häufigsten Fragen in einem Blogartikel zu beantworten.

Das Internet als Vorbild für das Stromnetz der Zukunft?

Einen guten Artikel zur Einführung des intelligenten Stromverbrauchs habe ich bei der Financial Times Deutschland (FTD) gefunden: Intelligenter Stromverbrauch: Wie ein Internet der Energie funktioniert | FTD.de.

Energiespar-Wettbewerb: Klimagerät

Im Rahmen unseres Energiespar-Wettbewerbs untersuchen wir den Stromverbrauch von diversen Elektrogeräten. Schwerpunkt heute ist der Stromverbrauch eines Klimageräts.

Klimagerät - ein Verbrauchstest

Heute untersuchen wir ein mobiles Klimagerät mit Abluftschlauch, das ca. 2 Jahre alt ist. Der Hersteller gibt eine Leistungsaufnahme von 830 Watt bei einer Kühlleistung von 2930 Watt an. Ich stecke den Stecker des Klimageräts in das Energiekosten-Messgerät und dieses wiederum in die Steckdose. Untersucht wird der Stromverbrauch pro Stunde in 2 Kühlstufen und 2 Gebläsestufen.

  • Schritt 1: Das Klimagerät steht auf Gebläsestufe 1 und zeigt pro Stunde einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 55 Wattstunden. Die gemessene Zimmertemperatur hat sich nicht verändert. Die gefühlte Temperatur in unmittelbarer Nähe des Klimageräts ist niedriger als ohne Gebläse.
  • Schritt 2: Das Klimagerät steht auf Gebläsestufe 2 und zeigt pro Stunde einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 70 Wattstunden. Die gemessene Zimmertemperatur bleibt gleich oder senkt sich höchstens um 0,1°C. Die gefühlte Temperatur in unmittelbarer Nähe des Klimageräts ist niedriger als ohne Gebläse.
  • Schritt 3: Das Klimagerät steht auf Kühlstufe 1 und zeigt pro Stunde einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 720 Wattstunden. Die gemessene Zimmertemperatur senkt sich in der Stunde bis zu 1,6°C (erreicht bei Temperaturen, die von 25,9 auf 24,3°C gekühlt wurde), und ist abhängig von der zu kühlenden Zimmeranfangstemperatur.
  • Schritt 4: Das Klimagerät steht auf Kühlstufe 2 und zeigt pro Stunde einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 870 Wattstunden. Die gemessene Zimmertemperatur senkt sich in der Stunde bis zu 1,8°C (erreicht bei Temperaturen, die von 26,0 auf 24,2°C gekühlt wurde), und ist abhängig von der zu kühlenden Zimmeranfangstemperatur.

Fazit: Wie erwartet unterscheidet sich der durchschnittliche Stromverbrauch des Klimageräts bei unterschiedlich eingestellten Gebläse- und Kühlstufen. Da kann sich jeder überlegen, ob eine um ca. 3°C niedrigere Zimmertemperatur es wert ist, wenn ca. 2,5 kWh in 3 Stunden gebraucht wird, um diese Temperatur zu erreichen und weitere kWh, um die Temperatur zu halten. Wenn sich für jeden von uns die nicht mehr erträgliche Temperatur unterscheidet oder das ökologische Gewissen, dann hat jeder von uns hier an dieser Stelle eine andere Antwort. Also was tun, wenn man Strom (und Geld) sparen will, aber eine bestimmte erträgliche Zimmertemperatur notwendig ist (also z.B. im Büro, Schlafzimmer, aufgeheizte Dachgeschosswohnung)?

  • Tagsüber Fensterläden und Außenjalousien (halb) geschlossen halten.
  • Wenn möglich (und die Wohnung für Einbrecher unzugänglich), nachts lüften.
  • Ein Ventilator (oder Gebläsestufe des Klimageräts) verbraucht weniger als Kühlen mit dem Klimagerät, kühlt auch weniger, aber die gefühlte Temperatur ist erträglicher.
  • Stoßkühlen, z.B vor dem Schlafengehen, und dann das Klimagerät ausschalten.
  • Wenn möglich: nur vormittags und abends arbeiten.

Wenn diese Tipps nicht ausreichen und Sie ein Klimagerät kaufen wollen:

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  • Kaufen Sie ein energiesparendes Klimagerät mit Energieeffizienzklasse A.
  • Schauen Sie auf die Energieeffizienzgröße bei Volllast oder COP (je höher, desto besser): Ein COP-Wert von 3,0 ist besser als 2,7 bei gleicher Effizienzklasse. Klimageräte mit einem COP von 3,0 erzeugen aus 1 kW elektrischer Leistung mindestens 3,0 kW Kühlleistung.
  • Sparsame Klimageräte mit Energieeffizienzklasse A sind mittlerweile nicht mehr so selten, aber in der Regel teurer. Aber jetzt im Spätsommer sind Klimageräte oft schon zu reduzierten Preisen erhältlich.